Ausbildungszentrum: Umbau verschlingt 9 Millionen Euro

In Glauchau werden junge Leute für Jobs in der sächsischen Baubranche fit gemacht. Damit die sich wohlfühlen, wird auch ein neues Internat geschaffen.

Glauchau.

Felix Werner kann sich keinen anderen Job vorstellen: Der 17-jährige Ehrenfriedersdorfer will Straßenbauer werden. Neben der Theorie in der Berufsschule und dem Einsatz auf den Baustellen des heimatlichen Ausbildungsbetriebes gibt es das praktische Einmaleins im Überbetrieblichen Ausbildungszentrum (ÜAZ) des Berufsförderungswerkes (BFW) Bau Sachsen an der Lungwitzer Straße in Glauchau.

"Wir unterstützen die Bauunternehmen bei der Umsetzung einer breit aufgestellten Ausbildung ihrer Azubis und zunehmend auch bei der Nachwuchsgewinnung", verdeutlicht Michael Wieczorek, Leiter des BFW-Standortes Glauchau. Allein im Vorjahr starteten 156 junge Leute ihre praktische Ausbildung am ÜAZ - 2017 waren es lediglich 117, ein Jahr zuvor 120. Die Baubetriebe wissen "die Qualität unserer Ausbildung zu schätzen", so Wieczorek. Damit das so bleibt und sich die Bedingungen für diese Form der praktischen Ausbildung weiter verbessern, fließen insgesamt 9 Millionen Euro über das Programm "Förderung überbetrieblicher Berufsausbildungsstätten" in den Neu- und Umbau des ÜAZ. 60 Prozent steuert das Bundesinstitut für Berufsausbildung und 15 Prozent der Freistaat zu, der Rest sind BFW-Eigenmittel.


Seit zwei Jahren bereits drehen sich auf dem Areal des ÜAZ die Bagger. So wurde innerhalb des ersten Abschnitts ein neues Gebäude mit Küche, Speisesaal und Unterrichtsräumen errichtet. Im Anschluss erfolgte die Modernisierung des Verwaltungsgebäudes. Derweil laufen die Vorbereitungen für den zweiten Bauabschnitt auf Hochtouren. Wie Mitarbeiter Thomas Ritzkat als Bauverantwortlicher des ÜAZ sagt, soll ab Oktober auf dem Areal mit dem Bau des neuen Internats begonnen werden. Die Förderzusage des Bundesinstituts für Berufsbildung liege bereits vor. 67 Azubis sollen nach Fertigstellung des Neubaus in Doppelzimmern untergebracht werden. Bis es soweit ist, bleiben die beiden Internatsgebäude an der Waldenburger Straße mit derzeit 83 Plätzen in Betrieb. "Danach reißen wir wahrscheinlich den zweietagigen Flachbau ab", so Wieczorek. Das ehemalige Schulgebäude könnte für Weiterbildungsveranstaltungen umgebaut werden. Fest steht: Mit Beginn des Ausbildungsjahrs 2021/22 soll das komplette Bauprojekt beendet sein. Ein Hingucker sei dann auf jeden Fall der Clubraum des neuen Internats, der Teile des ehemaligen Ringofens sichtbar macht. "Man darf nicht vergessen, auf unserem Gelände wurden früher Ziegel gebrannt", sagt Ritzkat. "Die ersten Entwürfe zum Clubraum machen jedenfalls richtig neugierig."

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