Ausstellung im Schloss lässt auf sich warten

Im Schloss Waldenburg sollte im Sommer eine neue Ausstellung öffnen. Die ist bis heute nicht da. Hintergrund ist ein Streit um Exponate mit der Stadt Waldenburg.

Waldenburg.

Knapp 100 Exponate sollte sie umfassen und 800 Jahre Baugeschichte darstellen: Im März dieses Jahres kündigte die Leitung des Waldenburger Schlosses die Einrichtung einer neuen Dauerausstellung in ihren Kellergewölben an. Besucher sollten sich so selbstständig Einblicke in die Historie des Schlosses verschaffen können. Ein Eröffnungstermin wurde nicht genannt, lediglich der Sommer wurde grob angepeilt. Allein: Die Ausstellung lässt bis heute auf sich warten.

"Sie befindet sich nach wie vor in der Vorbereitung", sagt Ina Klemm. Die Geschäftsführerin der Tourismusregion Zwickau hat seit Oktober auch die Leitung der Sport und Tourismus GmbH inne, eine Tochtergesellschaft des Landkreises, in dessen Händen sich das Schloss befindet. "Manchmal verschleppen sich eben ein paar Dinge. Wir peilen den Start nun zum Jahresende an." Eine offizielle Mitteilung zum neuen Museum werde in nächster Zeit folgen.

Ein Grund für die Verzögerung ist auch ein Streit mit der Stadt Waldenburg. Denn mehrere Exponate der Stadt befanden sich im Museum und waren auch für die geplante Ausstellung vorgesehen. Doch das war rechtlich gar nicht abgesichert. "Wir haben den Landkreis darauf aufmerksam gemacht, dass die Leihverträge für die Exponate aufgrund einer neuen Rechtsfassung nicht mehr gültig waren", sagt Waldenburgs Bürgermeister Bernd Pohlers (Freie Wähler). Im Landkreis sei man aber anderer Meinung gewesen und habe an die Sport und Tourismus GmbH verwiesen. "Ein neuer Leihvertrag kam jedenfalls nicht zustande", so Pohlers.

So kam es, dass die Exponate von der Stadt im Sommer abgeholt wurden und nun im Depot des eigenen Museums lagern. Darunter befand sich unter anderem eine Sammlung chinesischen Porzellans. Die Ausstellungsstücke wurden einst aus dem Naturalienkabinett ausgegliedert, um dessen neuem Konzept mit Schwerpunkt auf die Linck-Sammlung gerecht zu werden.

Gespräche über neue Leihverträge gibt es bislang nicht. Nach der Auseinandersetzung im Frühjahr und Sommer betonen inzwischen beide Seiten Harmonie. Aus dem Waldenburger Rathaus heißt es, man hoffe, dass die Zusammenarbeit besser werde. "Vor ein paar Tagen hatten wir erste Gespräche zur Schlossweihnacht Anfang Dezember - das war vielversprechend", so Bernd Pohlers.

Und Ina Klemm sagt: "Mit der Stadt und der Museumsleitung von Waldenburg pflegen wir eine gute Zusammenarbeit." Die Pläne für das Schloss seien keinesfalls als Konkurrenz zum unmittelbar gegenüberliegenden Naturalienkabinett zu sehen, wo Ende November die neue Begleitausstellung eröffnet wird. "Das wäre anmaßend. Vor dem, was da derzeit aufgebaut wird, kann man nur den Hut ziehen", so Ina Klemm.

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