Bauabnahme ohne Betroffene

Für knapp 2 Millionen Euro wurde der Damm bei Jerisau saniert. Doch ganz zufrieden ist der Ortschaftsrat nicht.

Jerisau.

Etwas enttäuscht sind die Besucher der Ortschaftsratssitzung in Jerisau/Lipprandis schon gewesen. Eigentlich sollte ein Vertreter der Stadt Glauchau über den fertiggestellten Hochwasserschutzdeich sprechen, doch keiner war da. Schulterzucken auch bei Tobias Hammer, der Ortschaftsrat leitete die Sitzung in Abwesenheit des Ortsvorstehers Matthias Holzmüller. "Schade, dass keiner da ist", sagte Hammer und blätterte im Abnahmeprotokoll. Mehr noch: Auch zur Bauabnahme des Deiches sei niemand der Ortschaftsräte eingeladen gewesen. Für den Ortschaftsrat ist dies befremdlich angesichts der Dimension und der Bedeutung des Bauvorhabens für die Anwohner.

"Das ist ein Versehen seitens der Stadtverwaltung Glauchau", sagt Rathaussprecherin Bettina Seidel. Die Einladung zur Bauabnahme wurde nicht weitergeleitet. Für die Ortschaftsratssitzung habe im Fachbereich Bauen und Planen jedoch keine Einladung vorgelegen, deshalb sei auch keiner zur Ortschaftsratssitzung gewesen.

In Jerisau ist man froh, dass der Langzeitbau am Deich nun beendet ist. Immerhin wurde zwei Jahre lang gebaut, stets abschnittsweise, um den Hochwasserschutz jederzeit zu gewährleisten. Nach Angaben der Landestalsperrenverwaltung sind 1,9 Millionen Euro in die Deichsanierung zwischen Waldenburger Straße und Schöpfwerk gesteckt worden. Der alte Deich wurde erhöht, hinzu kamen Spundwände und Betonmauern. Darüber hinaus wurde ein neuer Deichverteidigungsweg angelegt. Der bisherige Damm war nicht mehr standsicher. Wurzeln und Wühltiere hatten den Deichkörper arg zugesetzt. Beim Hochwasser 2013 konnte der Deich nur mit Mühe gehalten werden.

Es sind noch einige Nacharbeiten notwendig. In der Nähe des Schöpfwerkes Jerisau erfolgt nach den Worten von Katrin Schöne, Sprecherin der Landestalsperrenverwaltung, derzeit noch der Einbau eines sogenannten Sielbauwerkes, das bei erhöhtem Wasserstand im herrschaftlichen Vorflutgraben den Rückstau in das Deichhinterland verhindert.

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