Baubeginn für umstrittenen Funkmast

In Jerisau entsteht eine 35 Meter hohe Stahlgitterkonstruktion. Doch die Bewohner des Ortes hatten Probleme mit dem Vorhaben.

Glauchau.

Anderthalb Jahre nach dem Bauantrag haben nun die Arbeiten für den Mobilfunkmast der Telekom-Tochter Funkturm GmbH im Glauchauer Ortsteil Jerisau begonnen. Momentan laufen die erforderlichen Fundamentarbeiten. Eine zweite Etappe folgt dann im August. Wie die Stadt Glauchau mitteilt, wird die Boschstraße im Zeitraum vom 13. bis 17. August gesperrt. Es handelt sich bei dem Funkmast um eine etwa 35 Meter hohe Stahlgitterkonstruktion mit entsprechenden Antennenaufbauten. Hinzu kommt ein Container für die notwendige Technik. Der neue Mast ersetzt die Mobilfunkantenne auf dem Gebäude der ehemaligen Kammgarnspinnerei auf der anderen Seite des Flutrinnenufers.

Dass zwischen dem Bauantrag und dem Beginn der Arbeiten so viel Zeit vergangen ist, liegt am Widerstand von Jerisauer Einwohnern. Ursprünglich sollte der Mast auf einem Privatgrundstück an der Waldenburger Straße aufgestellt werden, dafür hatte die Stadt die Baugenehmigung erteilt. Doch den Jerisauern war dies viel zu dicht an den Wohnhäusern. Sie gingen gegen die Baugenehmigung vor. Acht Widersprüche wurden eingereicht. Aber geholfen hatte das nicht. Darüber hinaus warfen die Jerisauer Ortschafträte der Stadt Glauchau schlechte Informationspolitik vor. Als die Proteste Anfang 2017 lauter wurden, schaltete sich Glauchaus Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos) ein, verhandelte mit den Bauherren. Herausgekommen ist ein neuer Standort, am Wendehammer der Boschstraße im Gewerbegebiet zwar, aber nur 90 Meter vom ursprünglichen Standort entfernt. Für den Ortsvorsteher von Jerisau/Lipprandis, Matthias Holzmüller, ist der Standort zwar ein guter Kompromiss, schließlich sei Mobilfunkempfang für den Ort wichtig. Dennoch hätten die Einwohner von Jerisau schon einige Kröten schlucken müssen, seien es der Lärm vom Gewerbegebiet und der Autobahn oder die Raserei auf der Waldenburger Straße mitten durch den Ort.

Als Wahl zwischen Pest und Cholera bezeichneten die Ortschaftsräte das Vorhaben, als sie den für den Bau des Masten notwendige Änderungen im Bebauungsplan des Gewerbegebietes zustimmten. Auch der technische Ausschuss gab seinen Segen, sodass dem Bauvorhaben nichts mehr entgegenstand.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...