Bestattungswald in Waldenburg eingeweiht

Ein Begräbnis in der freien Natur im Wald - das ist seit Freitag nun auch in der Töpferstadt Waldenburg möglich.

Waldenburg.

Wer in einem Wald seine letzte Ruhe finden möchte, kann dies nun auch im Waldenburger Forst. Am Freitag wurde ein 52 Hektar großer Bestattungswald von Waldeigentümer Franz Freiherr von Feilitzsch, dem Waldenburger Bürgermeister Bernd Pohlers (parteilos) und von Matthias Laufer, Geschäftsleiter des Unternehmens Friedwald GmbH vor etwa 60 Gästen bei spätsommerlichen Wetter eröffnet.

Laufer ist seit vielen Jahren für "Friedwald" tätig. In seiner Eröffnungsrede stellte der Geschäftsleiter die Idee der Bestattung in der Natur vor. "Jeder Mensch trauert anders, jeder lebt individuell. Wer sich der Natur besonders verbunden fühlt oder den Wald als tröstlich empfindet, soll hier seine Ruhe finden", sagte der Geschäftsleiter.

Neben Leipzig, Oberau und Markersdorf ist Waldenburg mittlerweile der vierte Standort des Unternehmens in Sachsen. Damit der Bestattungswald in Waldenburg eröffnet werden konnte, musste der Waldeigentümer von Feilitzsch mit den Projektpartnern einige Hürden überwinden. "Von der ersten Idee bis zur Eröffnung war es ein langer Weg. Deswegen bin ich froh, dass dieser schöne und vielfältige Wald heute offiziell als Friedwald eröffnet werden kann", sagte von Feilitzsch. Vor fünf Jahren wurde er vom hessischen Unternehmen mit Sitz in Griesheim angesprochen, ob er sich eine Zusammenarbeit vorstellen könne. Danach habe es über drei weitere Jahre gedauert, bis alle Genehmigungen vorlagen.

Der Bestattungswald stieß bei der ersten Präsentation vor drei Jahren vor dem Waldenburger Stadtrat auf Skepsis. "Die Meinungen darüber waren geteilt. Die Entscheidung für das Projekt fiel daher in einer Stadtratssitzung knapp aus.", erklärte der Rathauschef Bernd Pohlers.

Das Interesse an dem Bestattungswald sei bereits jetzt schon da, sagte Helge Hedtke, der für die Friedwald-Standorte in Ostdeutschland zuständig ist. "Wir haben schon einige Anfragen erhalten. Einige Interessenten haben in der Zeitung von dem Bestattungswald gelesen und sind heute zur Eröffnung gekommen", sagte Hedtke

Bis zur Eröffnung hatte die Familie von Feilitzsch viel Arbeit vor sich. "Wir haben die Genehmigung vom Landratsamt Zwickau erst im Mai erhalten. Danach haben wir sofort damit begonnen, Totholz aus dem Laubwald zu schneiden und den Andachtsplatz zu errichten. Mein Mann hat beispielsweise das Holzkreuz dafür gebaut", sagte die studierte Forstwirtschaftlerin, Stefanie von Feilitzsch, die sich um die Bewirtschaftung der Fläche kümmert.

Der Bestattungswald in Waldenburg ist kein Einzelfall. Die Zahl der naturnahen Bestattungen nimmt in Deutschland stetig zu. Mittlerweile gibt es 67 Friedwald-Standorte in der Bundesrepublik. Jeder ist ein nach öffentlichem Recht genehmigter Friedhof im Wald. Erst 2015 bewilligte der Freistaat Sachsen als vorletztes Bundesland diese Art der alternativen Bestattungsform.

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