Bildung: Ägypter in Westsachsen auf Erkundungstour

Abschauen erlaubt: Mohamed El Kalla will in seinen privaten Schulen den praktischen Unterricht etablieren. Dabei setzt er auf deutsche Unterstützung.

Meerane/Glauchau.

Mohamed El Kalla war zwar schon in den USA und der Schweiz. Das beste Bildungssystem hat seiner Auffassung nach aber Deutschland. Deshalb schaut sich der 39-jährige Ägypter drei Tage lang in Kitas und Schulen der Region um. El Kalla ist Chef des Unternehmens "Cairo for Investment and Real Estate Development" (Cira). Seit 1993 zählt Cira zu den größten Bildungsdienstleistern im ägyptischen Privatsektor. In dessen Universität und 21 Schulen sind 37.000 Schüler und Studenten eingeschrieben, in 21 Kindertagesstätten werden 4000 Kinder betreut.

Cira-Chef El Kalla hat es sich seit Längerem zur Aufgabe gemacht, die Bildung in seinem Heimatland umzugestalten. Dabei liegt der Unternehmensschwerpunkt auf der Mittelschicht, nicht auf der Finanzelite. "Mit dem Wachstum der Mittelschicht steigt die Nachfrage nach qualitativ hochwertiger privater Bildung, und das zu erschwinglichen Preisen", sagt El Kalla, der für seine Erkundungstour in Westsachsen auf die seit Jahren bestehenden Kontakte zur in Glauchau ansässigen Saxonia International School zurückgriff. "Ich suche nach Beispielen, wie wir die Kinderbetreuung und den Schulunterricht in Ägypten praxisbezogen organisieren können", sagt der Cira-Chef, der am Donnerstag zuerst die Kita "Firlefanz und Wirbelwind" in Glauchau besichtigte.

Während ägyptische Kinder oft in einem einzigen Raum betreut werden, zeigte Kita-Chefin Julia Breier den ägyptischen Gästen gleich mehrere Spezialräume. "Dieses Zimmer ist für die Vorschulkinder. Hier lernen sie das Alphabet und wie man den Stift richtig hält. Bevor sie in die Schule wechseln, können sie ihren Namen schreiben", sagte die 33-Jährige. El Kalla warf auch einen Blick in den Entspannungsraum für die 45 Kinder. In der Internationalen Oberschule Meerane schaute der Ägypter den jungen Leuten beim Backen über die Schulter. Und im Gespräch mit Schulleiterin Stine Kazzer erfuhr El Kalla Wissenswertes über den praxisorientierten Unterricht, den es dort seit sechs Jahren gibt. So beschäftigen sich die Schüler ab Klasse 5 mit "technischen, vernetzten und handwerklichen Dingen des Alltags". Auch das Kochen, Nähen und die Arbeit mit Werkstoffen und neuer Technik gehören dazu. Begleitet wurde Unternehmer El Kalla von Karim Mostafa, Vize-Chef der British Columbia Canadian International School, und Khaled Taha, Mitarbeiter der Saxonia International School in Kairo.

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