Bis Ende 2020 gibt's das Turbo-Internet

Noch steht nicht fest, wer das Bieterverfahren in Meerane gewonnen hat. Die Stadt hat dennoch versprochen, dass die Bagger im Frühjahr anrollen.

Meerane.

In wenigen Tagen soll offenbar feststehen, wer innerhalb des Bieterverfahrens den Breitbandausbau in der Stadt Meerane übernimmt. Wie Rathauschef Lothar Ungerer (parteilos) am Freitag sagte, soll nach dem Ausbau das rasche Internet spätestens bis zum 31. Dezember 2020 überall anliegen.

Die Kommune hatte hierfür zuvor einen Förderantrag beim Bund gestellt, der nun 5,58 Millionen Euro bereitstellt. Der Freistaat steuert weitere 4,46 Millionen Euro bei. Beides sind jedoch nur vorläufige Förderbescheide, stellte Ungerer erneut klar. Noch warte die Verwaltung auf die endgültigen Bescheide. Und obwohl Sachsen im Nachhinein zugesagt, auch die restlichen zehn Prozent, also den Eigenanteil der Kommune zu übernehmen, ist laut Bürgermeister immer noch nicht ganz klar, wie die Stadtverwaltung zu dem Geld kommt. Im Fazit dessen geht die Verwaltung dennoch davon aus, dass der Breitbandausbau im Frühjahr beginnt. Fest steht zudem: Ungerer will den Ausbau in den Gewerbegebieten vorrangig behandeln. So haben der Verwaltung zufolge in der Kommune 3715 Haushalte eine Verbindungsrate über 30 Mbit pro Sekunde. 3636 Haushalte über 50 Mbit pro Sekunde und 1674 über 100 Mbit pro Sekunde.


Dass es zügig bei dem Vorhaben vorangehen muss, begründete Ungerer immer wieder mit den Forderungen aus der regionalen Wirtschaft. Denn ein hohes Tempo im Internet sei ein Standortvorteil. Und nicht nur das: Überall würden Produktionen entstehen, deren Abläufe nicht nur automatisiert, sondern auch intelligent sind. Im Klartext: Im Zuge der weiteren Digitalisierung sei der zügige Breitbandausbau mit Glasfaser unerlässlich.

Das sehen Experten des Instituts der deutschen Wirtschaft ähnlich. So verfügen 51 Prozent aller deutschen Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern nach Angaben des Statistischen Bundesamtes über einen schnellen Internetanschluss. Konkret heißt das: Nur jedes zweite Unternehmen nutzt einen festen Breitbandanschluss mit einer vertraglich vereinbarten Datenübertragungsrate von mindestens 30 Megabit pro Sekunde. "In Zeiten, in denen Industrie 4.0 ein wichtiger Wettbewerbsfaktor ist, sind diese Zahlen alarmierend", sagt Barbara Engels. Ökonomin vom Institut der deutschen Wirtschaft.

Gleichwohl hält die Stadt daran fest, eine Digitalstrategie zu erarbeiten, die den Einwohnern verständlich macht, wie sich die Bereiche Stadtverwaltung, Wirtschaft, Handel, Bildung, Gesundheit, Infrastruktur, Verkehr, Mobilität und Entsorgung in den nächsten Jahren entwickeln. Hierfür gibt es Rückendeckung vom Digitalverband Bitkom, der 2600 Firmen der digitalen Wirtschaft vertritt. So sind laut einer Bitkom-Umfrage drei von vier Bundesbürgern der Meinung, dass digitale Technologien eine höhere Lebensqualität in Kommune ermöglichen.

Rathauschef Ungerer will während der Einwohnerversammlung am 16. Mai, 19 Uhr, in der Stadtbibliothek Fragen dazu beantworten.

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...