Buddeln für Strom im Gewerbegebiet

Wegen der Ansiedlung neuer Firmen verlegen die Meeraner Stadtwerke neue Leitungen. Bis zum Produktionsstart muss alles unter der Erde sein.

Meerane.

Das Mittelspannungsnetz in Meerane soll leistungsfähiger werden. Um die Unternehmen vor allem im neuen Gewerbegebiet Meerane-Crimmitschau zu versorgen, bauen die Stadtwerke Meerane bis Oktober zwei neue Versorgungstrassen mit einer Gesamtlänge von 5,5 Kilometern, teilt Grit Bachmann von der Öffentlichkeitsarbeit mit.

Dort, wo es das Gelände hergibt, ist "ein offener Bau" nicht immer erforderlich, fügt Bachmann an. Um den Straßenverkehr so wenig wie möglich zu behindern, soll ein Teil der Arbeiten daher als grabenloser Leitungsbau ausgeführt werden. So werden für den Trassenbau zum Beispiel der Seiferitz-Bach und der Kreisverkehr in der Zwickauer Straße unterquert. Dabei wird auf ein spezielles Spülbohrverfahren zurückgegriffen. Anders sieht das zwischen der Oststraße 59 und dem ehemaligen Einkaufsmarkt Netto aus. Hier kommt es zu Behinderungen durch eine Ampelanlage. Dieser Bauabschnitt soll laut Sprecherin Bachmann bis zum 21. Juni fertiggestellt werden. Der zweite Abschnitt zieht sich von dort bis zum Remser Weg (Parkhaus) hin. Auch in dem Teilstück müssen sich die Fahrzeugführer auf eine halbseitige Straßensperrung einstellen. Und schließlich wird vom 15. bis 31. Juli die Glauchauer Straße unterirdisch gequert, sodass es hier nicht zu Verkehrsbehinderungen kommt.


Wie Prokurist Patrick Kühni ergänzt, wird versucht, die Leitungen im innerstädtischen Bereich vor allem in den Fußwegen zu verlegen. "Wenn dort noch Platz ist", sagt Kühni, der sich mit der Trassenplanung seit etwa September vergangenen Jahres beschäftigte. Zu diesem Zeitpunkt habe sich abgezeichnet, dass sich mehr und mehr Unternehmen mit großem Strombedarf im Gewerbegebiet ansiedeln. Zwar würde für den Probebetrieb in den Produktionshallen schon jetzt Strom anliegen, aber eben nicht der, der mit dem heißen Start der Produktion tatsächlich benötigt wird. Nach Darstellung von Kühni sind die Stadtwerke in der Lage, eine zusätzliche Kapazität zwischen acht und zehn Megawatt zur Verfügung zu stellen. Zum Vergleich: Eine einfache Trafostation verfügt über eine Leistung zwischen 0,4 und 0,6 Megawatt. "Das ist schon eine Hausnummer", fasst der Prokurist das Großprojekt zusammen. Immerhin müssten stärker dimensionierte Mittelspannungskabel verlegt werden. Die Stadtwerke bemühen sich zwar, die Beeinträchtigungen hinsichtlich der Bauarbeiten auf ein Mindestmaß zu beschränken, Schmutz und Lärm ließen sich aber nicht ganz vermeiden.

Eigenen Angaben nach zählen die Stadtwerke Meerane etwa 10.000 Kunden. Die jährliche Stromproduktion für private und gewerbliche Kunden hat Kühni mit etwa 70 Gigawattstunden angegeben.

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