Campus demonstriert sein Potenzial

Beim Tag der offenen Tür in der Studienakademie herrschte reges Gedränge. Und die Stadt hat gefehlt. Doch beide Seiten können damit offenbar umgehen.

Glauchau.

Mehr als 300 Besucher, darunter künftige Studenten ,und exakt 107 Praxispartner. Der Tag der offenen Tür an der Staatlichen Studienakademie am Samstag war aus Sicht von Thomas Pfunfke, Referent der Studieneinrichtung, ein voller Erfolg. Vor ein paar Jahren seien es noch so um die 40 Unternehmen gewesen, die sich auf dem Campus präsentiert hatten, am Samstag nun wurde der Platz sowohl im Haupt- als auch im Laborgebäude knapp.

Die Stadt Glauchau als Studienstandort war nicht vertreten. Offerten zu Freizeitmöglichkeiten in der Stadt - wie etwa das Schloss, das Clubkino, Veranstaltungen - zu Einkaufsmöglichkeiten, zu Kneipen oder einfach nur, um auf sich aufmerksam zu machen, fehlten. Dabei kam ein großer Teil der Besucher von außerhalb. "In der Studienakademie steckt für die Stadt Glauchau sehr viel Potenzial", sagt zum Beispiel der CDU-Stadtrat Andreas Winkler. Aber irgendwie kommen beide nicht zusammen, fügt er hinzu. Da müsse man sich etwas einfallen lassen, um Synergien für die Stadt zu schaffen.

"Die Stadt Glauchau muss beim Tag der offenen Tür nicht vertreten sein", sagt Referent Pfunfke. Die Studienakademie sehe sich bei solchen Gelegenheiten auch als Botschafter der Stadt und übermittle deren Angebote. Das betreffe beispielsweise die durch die Stadt geförderten Wohnungen im Umkreis der Akademie. Die Stadtwerke Glauchau hätten ihre Zapfsäule an der Akademie zum Tag der offenen Tür überlassen, um Elektromobile zu präsentieren. Dennoch sei in der Zusammenarbeit mit der Stadt "noch Luft nach oben". Die Stadt Glauchau sei kein Praxispartner der Studienakademie. Der Tag der offenen Tür richte sich an unsere zahlreichen Praxispartnerunternehmen und natürlich Studieninteressierte. Die Unternehmen präsentieren sich mit Informationsständen, hauptsächlich auf der Suche nach zukünftigem Fach- und Führungskräftepersonal. Mehrere Unternehmen aus Glauchau sind am Samstag dabei gewesen.

Die Stadt Glauchau hält es für nicht erforderlich, sich bei solchen Tagen der offenen Tür in der Studienakademie zu präsentieren. Pressesprecher Timo Schade: "Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt Glauchau stellt in ihren Gesprächen mit Unternehmen immer wieder die Notwendigkeit der eigenen Nachwuchsförderung in den Mittelpunkt und informiert dabei auch über die vielseitigen Studienangebote an der Glauchauer Studienakademie." Darüber hinaus arbeite die Stadt in verschiedenen Bereichen mit der Studienakademie Glauchau zusammen. So findet beispielsweise am 9. April der Thementag "Region im Wandel - Umschalten im Kopf" an der Studienakademie statt. Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Chemnitz, der IHK Chemnitz, der Fortbildungsagentur der Wirtschaft, der städtischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft und der Studienakademie.


Kommentar: Glauchaus Strukturproblem

Wer ist denn nun in Glauchau für das Stadtmarketing zuständig? So richtig offenbar keiner. Und das ist Zusammenhang mit dem Tag der offenen Tür in der Studienakademie erneut deutlich geworden. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft kümmert sich in erster Linie um kommunale Projekte und thematische Veranstaltungen und sie betreut die angesiedelten Unternehmen. Der im Rathaus angesiedelte Kulturbetrieb kümmert sich um Kulturveranstaltungen und die Planung. Die kulturellen Einrichtungen werben oft jede für sich selbst, das Museum gar über das Schlösserland Sachsen mit Sitz in Dresden. Und vom Fremdenverkehrsverein Stadtmarketing einzufordern, wäre vermessen.

Wer kümmert sich also um das Stadtmarketing? Die Mitarbeiter im Rathaus? In Glauchau offenbart sich, wenn es um Werbung für die Vorzüge geht, ein Strukturproblem.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...