Darsteller im Premierenfieber

Schon mal vom vierten König gehört? - Die Geschichte zum Musical "Eleasar - Der vierte König " hat ihren Ursprung in einem russischen Märchen.

Zwickau.

Für die Zwickauer Pauluskirchgemeinde ist es ein Mammutprojekt: 120 Teilnehmer, darunter Schauspieler, Chorsänger und Techniker, stellen das Musical "Eleasar - Der vierte König" auf die Beine. Wer bibelfest ist, der fragt sich bestimmt, seit wann es einen vierten König in der Weihnachtsgeschichte gibt. Der Ursprung dieser Figur ist in einem russischen Märchen zu fionden, das wiederum auf der biblischen Weihnachtsgeschichte beruht. Eleasar, so der Name des vierten Königs, trennt sich von den anderen Dreien, als sie den Stern sehen, der den Weg nach Bethlehem zeigt. Auf seinem Weg durch die Welt hilft er Menschen - die Nächstenliebe steht im Fokus der Geschichte.

Geleitet wird das Projekt von Kantor Matthias Grummet, die Proben finden unter Aufsicht von Nathalie Senf statt. Die Sängerin hatschon einige Stücke am Zwickauer Theater inszeniert und kennt sich mit Bühne und Schauspiel aus, wobei sie selbst meist als Sängerin von klassischen Opern wie Richard Wagners "Die Walküre" zu hören ist.

Das Besondere an diesem Musical ist aber das Ensemble, das mehrere Altersgruppen umfasst. "Ein Mehrgenerationenprojekt hat es so noch nicht gegeben, sonst findet hier jedes Jahr um die gleiche Zeit eine Singwoche", sagt Grummet. Der Chor wird kombiniert aus Schülern, Studenten, aber auch Erwachsenen und Senioren. Selbst unter den Technikern sind Jugendliche, die sich um Ton, Licht und Bühnenbild kümmern. Die Musik für das Stück stammt von Georg-Peter Münden, dem Kantor des Doms in Braunschweig.

Die Chorproben der Kinder und Erwachsenen werden getrennt durchgeführt und erst bei den Gesamtdurchläufen der einzelnen Szenen kombiniert. "Die meisten der Kinder singen schon in einem Chor und haben so ein nützliches Vorwissen, was Einsatz und Mehrstimmigkeit angeht", sagt Grummet. Das erleichtere die Arbeit, wenn die Kinder regelmäßig singen. Trotzdem sei es nicht immer leicht, weil die Konzentration der jüngeren Kinder schnell nachlasse, sagt Regisseurin Senf. "Vielen fehlt auch die Ernsthaftigkeit in düsteren Momenten", sagt sie.

Insgesamt gibt es acht Bilder, die wie Akte funktionieren und am Ende eine Spielzeit von circa 80 Minuten ergeben. "Neben Texten sollen die Kinder aber auch lernen, sich gegenseitig zu respektieren und einander zuzuhören", sagt Grummet. Dabei sollen sie auch die Botschaft des Stücks mitnehmen, dass man sein persönliches Glück finden kann, wenn man anderen hilft.

Wenn es zu den großen Szenen kommt, stehen bis zu 50 Darsteller und Komparsen auf der Bühne. Zusätzlich gibt es einen Erzähler - der einzige Akteur, der nicht singt. Ansonsten werden alle Dialoge und Texte musicaltypisch gesungen, teilweise auch mehrstimmig. Begleitet werden die Sänger auch von einem Klavier. Die ersten Chorproben begannen im Sommer, und die erste Hauptprobe findet am heutigen Freitag statt. Da werden alle Akte mitsamt Kostümierung gespielt und geschaut, wo noch ein paar Verbesserungen nötig sind.

Am Samstag, 17 Uhr, ist Premiere, bevor das Musical am Sonntag auch zum Gottesdienst (ab 10 Uhr) aufgeführt wird. Am Montag können dann Schüler, unter anderem vom Peter-BreuerGymnasium Zwickau, in den Holzbänken der Pauluskirche der Geschichte um den vierten König lauschen. Unterstützt wird das Mehrgenerationenprojekt unter anderem von der "Aktion Mensch", sagt Grummet.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...