Das ganze Schloss ein Käseladen

Der 8. Mitteldeutsche Spezialitätenmarkt lockte mehr als 5500 Besucher an. Doch nicht alle Teilnehmer waren zufrieden.

Blankenhain.

In Blankenhain geht es an den Wochenenden eher beschaulich zu. Das war am zurückliegenden Samstag und Sonntag anders. An beiden Tagen bewegten sich mehr als 5500 Auswärtige durch den Ort. Die meisten von ihnen waren mit den Pkw angereist. Sämtliche Besucher hatten nur ein Ziel: den Mitteldeutschen Käse- und Spezialitätenmarkt auf dem Gelände des Deutschen Landwirtschaftsmuseums. Dass die An -und Abreise der Gäste reibungslos klappte, dafür sorgten an beiden Tagen unter anderem die Mitglieder der örtlichen Wehr. "Kompliment. Die Jungs hatten die Sache im Griff. Die Parkplätze waren auch gut ausgeschildert", sagte Andreas Schneider, der mit seiner Familie aus Seelingstädt angereist war und zum ersten Mal die Veranstaltung besuchte.

Zu den Stammteilnehmern des Spezialitätenmarktes gehörte Amina Kühnel aus Dresden-Neustadt. Die gebürtige Marokkanerin, die in der Landeshauptstadt gemeinsam mit ihrem Mann eine kleine Schokoladenmanufaktur betreibt, bot eine Palette ihrer süßen Köstlichkeiten an und traf damit den Geschmack der Gäste. "Wir sind jetzt das 4. Mal dabei und mit der Resonanz sehr zufrieden. Das ganze Ambiente passt zu der Veranstaltung. Die Leute sind gut drauf. Es stimmt alles", sagte Amina Kühnel gut gelaunt. Sie will zur 9. Auflage der Veranstaltung im kommenden Jahr wieder mit von der Partie sein.

Zufriedene Gesichter auch bei Michael Bemm von der Käseschule "Thüringer Herz" aus Langenwolschendorf. Der bot einen sogenannten Käseteller an. "Wir haben von verschiedenen Teilnehmern an der Veranstaltung einige Sorten erworben, sodass sich die Besucher bei uns quasi durchkosten können. Schmeckt ihnen eine Sorte besonders, sagen wir bei welchem Händler sie ihn erwerben können. Natürlich haben wir auch Käse in verschiedenen Sorten aus unserem Haus dabei", sagt Michael Bemm. Sein Hauptanliegen: "Wir wollen uns von den Großproduzenten abgrenzen und zeigen, welche Vielfalt die kleinen Handwerksbetriebe bieten."

"Wir sind mit der Resonanz gar nicht zufrieden", sagte Christian Senoner aus Südtirol. Dessen Familie betreibt in Kastelruth eine Metzgerei und gilt dort als erste Adresse für Gaumenfreuden. Eine Auswahl davon, die von Schinken über Olivenöl bis hin zum Hartkäse reichte, hatte er mit nach Blankenhain gebracht. "Wenn die Leute was kaufen, dann nur ganz kleine Stücken. Da lohnt sich für uns die Teilnahme nicht", bedauert der Südtiroler.

Zu den Besuchern, die eine längere Anreise in Kauf nahmen, gehörte Familie Kalawski aus Erfurt. "Wir kannten bisher weder das Schloss, noch die Veranstaltung und haben davon aus dem Internet erfahren. Der Weg hat sich gelohnt. Wir kommen bestimmt auch nächstes Jahr wieder", sagt Günther Kalawski.

76 Händler aus dem gesamten mitteldeutschen Raum sowie aus Italien und der Schweiz boten ihre Waren feil, wobei der Schwerpunkt bei kulinarischen Köstlichkeiten lag. Aber auch Keramik, Gestecke und Korbwaren gehörten unter anderem zur Palette. Geboten wurden außerdem verschiedene Käsekurse sowie Schauvorführungen mit der Herstellung von Käse. Organisiert wurde das Ganze von Andreas Wolf vom Kulturhof Zickra in Thüringen. "Die Veranstaltung hat sich etabliert. Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden. Die Zusammenarbeit mit dem Museum klappt hervorragend. Wir kommen auch 2018 gern wieder nach Blankenhain", sagt Andreas Wolf. Er und sein Team organisieren auch den alljährlich im Frühjahr auf dem Gelände von Schloss Blankenhain stattfindenden Korbmachermarkt, der ähnlich viele Besucher anlockt.


Gereifte Ziegenköstlichkeiten

Stefanie Eberhardt aus Eichelborn in der Nähe von Erfurt ist mit ihrem Angebot an Ziegenkäse schon seit dem ersten Markt dabei. "In den ersten Jahren war ich die Frischkäse-Tante, inzwischen wollen die Leute verstärkt gereiften Käse", beschreibt die Inhaberin eines Ziegenhofes mit rund 40 Tieren die Entwicklung. So waren die unterschiedlichsten Varianten gefragt, wobei die Hofchefin viele Fragen beantwortete. "Vor 20 Jahren haben sich noch die wenigsten mit dem Thema beschäftigt." (tmp)


Schaf mit Kräuternote

Gabriel und Katharina Tauro aus Berga gehören seit dem ersten Markt zu den Anbietern. Ihre Hofkäserei in der Clodramühle hat sich auf Schafskäse spezialisiert und präsentierte den Gästen verschiedene Geschmacksrichtungen. "Renner ist dieses Jahr der Rosmarin-Schafskäse, der wohl zur aktuellen Wettersituation passt", sagte Gabriel Tauro, der mit seinem Stand wieder auf dem selben Platz nahe dem Durchgang des Vorschlosses stand. "Der Markt ist fast schon ein Familientreffen." (tmp)


Kuhmilchkäse mit "Herz"

Michael Bemm und seine Geschäftspartnerin Isabel Oertel aus dem thüringischen Langenwolschendorf waren zum ersten Mal dabei. "Unsere Hofkäseschule "Thüringer Herz" gibt es ja auch erst seit Oktober 2016." Im Mittelpunkt ihres Angebotes standen verschiedene Variationen des Kuhmilchkäses, dessen Herstellung in der Hofkäseschule lehrbuchmäßig erlernt werden kann. "Wenn es klappt, sind wir nächstes Jahr auf alle Fälle wieder dabei, das Schloss verleiht dem Markt ein tolles Ambiente." (tmp)

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