Das Rätsel um den Niederschindmaaser Faustkeil

Peter Schönhoff hat einen mehrere Tausend Jahre alten Faustkeil gefunden, der aus der Altsteinzeit stammt. Doch wie das Werkzeug auf seinen Hof gelangte, bleibt unklar.

Niederschindmaas.

Elke Eifert aus Callenberg ist nicht die einzige, die ein steinzeitliches Werkzeug gefunden hat, einen Klingenkratzer aus der Zeit von 5500 bis 2200 vor unserer Zeit. Ähnlich erging es auch dem im Dennheritzer Ortsteil Niederschindmaas beheimateten Künstler Peter Schönhoff. Er fand ebenfalls ein heute seltenes steinzeitliches Werkzeug, eine Art Mini-Faustkeil oder Schaber, der in der Steinzeit mit geschickten Händen aus Feuerstein gefertigt wurde. Dabei war es, wie so vieles im Leben, ein Zufall "Das Werkzeug lag plötzlich auf dem Hof", sagt Schönhoff, dessen Neugier geweckt war. Erst als er es in die Hand nahm und näher betrachtete, erkannte er die Seltenheit des Stücks. Der Feuerstein war so beschlagen, dass er eine scharfe Kante aufweist. "Mit dem Gerät konnte man schaben und kratzen, möglicherweise auch Dinge durchtrennen", vermutet Schönhoff, der von dem Teil sehr angetan ist.

Gleichzeitig gibt es auch Rätsel auf. Denn wie das Stück nun ausgerechnet auf seinen Hof in Niederschindmaas kam, ist völlig unklar. Der mit Flusskiesel gestaltete Hof entstand dem Jahr 1846 und hat sich bis heute nicht verändert. Die Steine, die damals für die Pflasterung des Hofs verwendet wurden, stammen von den umliegenden Feldern. Auch der Faustkeil? Die Frage lasse sich nicht beantworten. Möglicherweise stammt das Gerät von ganz woanders her. Es könnte durchaus sein, dass ein Wandergeselle das Werkzeug einst verloren hat.


Das Alter des Steins bestimmen lassen hat Peter Schönhoff nicht. Das dürfte aus seiner Sicht auch schwierig sein. Denn Feuerstein war damals weit verbreitet und wurde mehrere Hunderttausend Jahre lang genutzt. Für Peter Schönhoff ist sein kleiner Faustkeil ein Schatz, den er hütet wie seinen Augapfel. "Was der Mensch einst geschaffen hat und von seinem Können zeugt, sollte man bewahren", sagt der 80-Jährige.

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