Daumendrücken für Storchennachwuchs

Nachdem 2018 keine Adebare in Waldenburg genistet hatten, sind jetzt zwei fleißig beim Turteln und beim Nestbau. Viele Vogelfreunde hoffen, dass dieses Jahr erstmals erfolgreich gebrütet wird.

Waldenburg.

Große Freude in der Kleinstadt: Auf dem 16Meter hohen Schornstein der alten Töpferei in Waldenburg hat sich wieder ein Storchenpaar niedergelassen. "Ein Adebar ist bereits Mitte April angekommen. Vor ein paar Tagen kam dann die Partnerin", erzählt Töpfermeister Peter Tauscher und berichtet, dass sein Team durch ein Fenster aus dem Frühstücksraum heraus das Treiben im Horst, wie das Nest der Störche genannt wird, gut beobachten kann.

Gegenwärtig turteln die beiden Rotschnäbel intensiv, sind aber auch fleißig beim "Ausbau" ihrer Wohnung in luftiger Höhe. Sie bringen in ihren Schnäbeln viele, teils große Äste heran. Dieses Spektakel wird nicht nur von den Mitarbeitern der Töpferei, sondern auch von vielen Vogelfreunden in der Region begeistert beobachtet. Sie drücken jetzt fest die Daumen, dass es bei dem Paar mit Nachwuchs klappt. Es wäre die erste erfolgreiche Brut in der Töpferstadt.


Den Horst auf dieser Esse gibt es seit August 2015. Damals hatte der Waldenburger Matthias Morgner beobachtet, dass die Muldenwiese für Störche ein Futterparadies ist. Später sah er Adebare auch im Grünfelder Park und auf der Esse der alten Töpferei. Da Töpfermeister Peter Tauscher den alten Rundofen nicht mehr nutzt, war er mit der Montage einer Nisthilfe auf dem Kamin einverstanden. Matthias Morgner besorgte sich ein altes Wagenrad und flocht mithilfe von Weidenruten einen stabilen Boden für den Horst. Feuerwehrleute aus Glauchau und Waldenburg rückten dann mit einer Drehleiter an und hievten die Nisthilfe in 16 Meter Höhe.

Schon im nächsten Jahr siedelte sich ein Storchenpaar dort an. Nachwuchs gab es aber keinen. Jens Hering, Ornithologe und Mitarbeiter der Naturschutzbehörde im Landkreis, vermutete damals, dass ein Tier oder beide noch nicht geschlechtsreif waren. Auch im Jahr darauf wohnte ein Paar dort, ohne dass gebrütet wurde. Und 2018 hatten Störche zwar im April den Schornstein zwischen Töpferstraße und Birkenallee wieder in Beschlag genommen, doch sie blieben nicht. Jens Hering fand heraus, dass sich die Störchin, die 2017 in Waldenburg wohnte, im Jahr darauf mit ihrem Partner auf einer Esse im Ortsteil Rußdorf von Limbach-Oberfrohna niedergelassen hatte. Zuordnen konnte er den Vogel anhand der Kennzeichnung auf dem Ring am Bein. Doch Nachwuchs blieb auch dort aus.

Nun sind die Waldenburger gespannt, ob in dem jetzt wieder bewohnten Horst bald gebrütet wird. Dann wäre es neben der Gelectra-Esse in Glauchau der zweite Ort im Altkreis Glauchau, wo Störche großgezogen werden. Auf dieser Esse gab es über die Jahre bereits viel Nachwuchs. 2015 sind dort beispielsweise gleich fünf kleine Adebare flügge geworden. (mit jla)

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