Debatte um Erhalt der Palla-Brache läuft weiter

Bislang haben 572 Leute die Petition unterschrieben

Glauchau.

Die Petition zum Erhalt der Industriebrache Palla in Glauchau ist von 572 Leuten unterschrieben worden. Das geht aus der aktuellen Statistik der Initiative "Industriekultur Ost" hervor. Sie hat gemeinsam mit dem Denkmalverein Glauchau die Petition im Juni gestartet. Ziel der Aktion ist es, den Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 2012 aufzuheben, der den Abriss der denkmalgeschützten Gebäude am Scherbergplatz und entlang der Otto-Schimmel-Straße vorsieht. Gleichzeitig sollte die Stadt einen Investor für den Komplex finden. Das hat bislang nicht funktioniert. Der neue Stadtrat soll einen neuen Beschluss fassen, der den Erhalt der Palla fokussiert und formuliert.

Als die Stadt nach dem gescheiterten Verkaufsversuch im Frühjahr den Fördermittelantrag innerhalb des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (Efre) für den Abriss gestellt hatte, regte sich in und auch außerhalb von Glauchau Protest, der in die Petition mündete. Seitdem wird das Für und Wider des Erhalts der Palla diskutiert. "Die Palla in Glauchau hat nicht nur ihre eigene Geschichte geschrieben, sondern strahlt bis heute auf die ganze Region aus", heißt es in der Petition. Der im Neoklassizismus und Neobarock errichtete Bau gehöre zu den größten und architektonisch wertvollsten Industriebauwerken in Sachsen. Das Gebäude ist damit für die alte Industriestadt stadtbildprägend und bildet einen Identitätskern einer ganzen Region.


Gegner des Erhalts argumentieren mit den Kosten, die die Stadt Glauchau jährlich für den Gebäudekomplex ausgibt. Nach Angaben der Stadt sind das pro Jahr im Durchschnitt 32.000 Euro. Der Stadtrat der Freien Wähler, Andreas Weber, bekräftigt seine Kritik an der Petition. "Warum soll die Stadt die ihr anvertrauten Steuergelder in ein totes Gebäude stecken?", fragt Weber. Und weiter: "Warum macht das nicht der Denkmalverein?" Auch wenn es schmerze, die Vernunft sage Abriss.

Die Petition läuft noch bis zum Tag des Denkmals am 8. September. Unterschreiben kann man online oder ganz klassisch im Büro des Denkmalvereins am Markt 20.

www.industrie-kultur-ost.de

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