Der Mega-Strumpf ist nicht mehr zu retten

In Oberlungwitz ist der große Hingucker zum Strumpffest hinüber - Comeback eines 100-Kilo-Exemplars denkbar

Oberlungwitz.

Natürlich geht das Strumpf- und Vereinsfest in Oberlungwitz - am Wochenende fand das Fest zum 19. Mal statt - nicht ohne Strümpfe und Socken ab. Immerhin hat der Ort lange Zeit von der Textilindustrie gelebt, die hier viele Jahrzehnte die Fußbekleidung herstellte. So bekam am Samstagvormittag jeder der Teilnehmer am Strumpflauf als kleines Erinnerungsgeschenk ein paar Strümpfe - wie sich das für einen ordentlichen Strumpflauf gehört.

Doch manche Besucher auf dem Festgelände an der Hofe Straße fragten sich: Wo steckt denn eigentlich die coole Super-Socke?

Gemeint ist der Riesenstrumpf, der 1998 zum 725-jährigen Ortsjubiläum von vielen Frauen der Stadt in mühevoller Kleinarbeit aus tausenden Einzelteilen zusammengenäht worden ist. Am Ende hatte er eine sensationelle Länge von 35 Metern und landete für ein paar Jahre sogar im Guinnessbuch der Rekorde. Bis 2005 war das riesige Teil ein prächtiger Werbeträger für die Ortschaft. Bis zu jenem Jahr wurde es mit großem logistischen Aufwand zum alljährlichen Strumpf- und Vereinsfest am Gebäude der früheren Feinstrumpfwerke aufgehangen, wo die Veranstaltung damals noch stattfand. Als sie dann aber 2006 in einige Entfernung auf das heutige Festgelände umzog, verzichteten die Organisatoren auf die coole Socke. "Der zeitliche Aufwand wäre für unsere Feuerwehr zu groß gewesen, den Strumpf dorthin zu bringen", erinnert sich Steffen Schubert, der bis 2015 Bürgermeister in Oberlungwitz war. Aber es gab einen "kleinen" Ersatz. Aus Resten hatten die Frauen 1998 noch einen kleineren Strumpf genäht, nur zehn Meter lang. Der wurde an das Meisterhaus gegenüber des Festgeländes gehangen: Aber auch der kam 2010 weg.

Also, was ist mit den beiden Strümpfen? Der 35-Meter-Strumpf wurde damals vorerst in der Turnhalle eingelagert. Im Keller war es feucht, sein Zustand verschlechterte sich. "Er war dann nur noch erbärmlich, sodass er schon komplett entsorgt werden sollte", berichtet Thomas Werner vom Veranstaltungsservice Andrea & Partner aus Bernsdorf. "Das wäre schade gewesen, immerhin ist der Strumpf ein Wahrzeichen der Stadt", so Werner weiter. Er holte das 300-Kilogramm-Stück mit einer Spezialkonstruktion nach Bernsdorf in eine Garage. Werner: "Aber der Verfall war zu weit fortgeschritten. Die Wolle hatte sich aufgelöst. Es war nichts mehr zu retten." Das bedeutete das endgültige Aus für den Riesen-Strumpf.

Alt-Bürgermeister Schubert denkt aber über ein Comeback des kleinen Strumpfes (100 Kilo schwer) nach: "Den Zehn-Meter-Strumpf gibt es ja noch. Er befindet sich im Textil- und Rennsportmuseum. Vielleicht können wir den wieder aktivieren." (erki)

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