Der Post-Profi im Ruhestand stellt Weihnachtliches aus

Klaus Haubold sammelt seit über 60 Jahren Briefmarken. Einige seiner kleinen gezackten Bilder präsentiert der Mülsener jetzt in der St. Georgenkirche in Glauchau.

Glauchau.

Eine Ausstellung der anderen Art ziert derzeit die St. Georgenkirche in Glauchau. Klaus Haubold aus Mülsen präsentiert seine Wohlfahrtsmarken mit weihnachtlichen Motiven, beginnend ab dem Jahr 1969.

Der 78-Jährige, der seine Sonderbriefumschläge unter anderem schon in Österreich ausstellte, sammelt seit 1955 Briefmarken. Im gleichen Jahr verband er Hobby und Beruf und begann bei der Post in Plauen seine Lehre. "Damals war es bei der Post verboten, Briefmarken zu sammeln. Man dachte, dass sich die Angestellten selbst welche in die Tasche stecken würden. Mein Chef hat aber zum Glück bei mir eine Ausnahme gemacht", sagt Haubold, der Mitglied bei den Zwickauer Briefmarkenfreunden ist. Bei der Post war der Senior vieles: Bahnpostfahrer, Zusteller und Schalterangestellter. "Ich kann mich noch genau daran erinnern, als ich in den 1950er-Jahren als Bahnpostfahrer tätig war. Damals haben wir auf der Strecke Zwickau-Schwarzenberg Postsäcke transportiert. Während der Fahrt mussten wir die Briefe gleich sortieren", sagt der westsächsische Philatelist.

Seine besondere Leidenschaft galt zu DDR-Zeiten dem Sammeln von Briefmarken mit Raumfahrtmotiven. "Ich war so fasziniert von den sowjetischen Kosmonauten, die in der Sternenstadt - einem Hauptausbildungszentrum nahe Moskau - lebten, dass ich einige persönlich angeschrieben habe und sie bat, einen frankierten Umschlag an mich zurück zu senden", sagt Haubold. "Das hat meistens auch geklappt. Auch der deutsche Kosmonaut Sigmund Jähn hat mir meinen Briefumschlag wieder zurückgeschickt."

In Glauchau ist der Senior kein Unbekannter. So zeigte Haubold, der seit 1960 Ausstellungen konzipiert, 2014 in der St. Georgenkirche Briefmarken zum Thema "Vom Nikolaus zum Christkind" und 2015 zum Thema "500 Jahre Lutherreform". Bereits jetzt schon laufen die Planungen für eine Ausstellung im nächsten Jahr in Zwickau. "Es ist nicht gut, wenn alles in Kisten auf dem Dachboden oder in Schränken liegt. Meine zwei Töchter haben als Kinder auch Briefmarken gesammelt, aber später das Interesse verloren", sagt Haubold.

Neben seiner Sammelleidenschaft unterstützt er seine Frau Babara in ihrem Hobby. "Meine Frau war nicht immer von meinen Kisten mit Briefmarken begeistert. Seit dem sie aber unter die Künstler gegangen ist und ich ihr Regale für ihre Kunstwerke gebaut habe, duldet sie meine Leidenschaft etwas mehr", sagt er.

Die Ausstellung ist noch bis zum 7. Januar kostenfrei während der Öffnungszeiten in der St. Georgenkirche zu sehen.

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