Diakoniewerk Westsachsen baut neues Altenpflegezentrum

An der Wettiner Straße in Glauchau entsteht hinter dem alten Heim für 6 Millionen Euro ein modernes Haus für 48 Menschen mit Demenzerkrankungen. Den ersten Baggeraushub machte ein 87-Jähriger.

Glauchau.

Heinz Penzel strahlte über das ganze Gesicht. Im Rollstuhl sitzend, sorgte der 92-Jährige am Dienstagvormittag mit großer Begeisterung für den Trommelwirbel zum Auftakt der Veranstaltung, mit der feierlich der erste Spatenstich für das neue christliche Altenpflegezentrum an der Wettiner Straße in Glauchau gefeiert wurde. Und für alle, die die Melodie nicht erkannt hatten, schob Traugott Kemmesies, Geschäftsführer des Diakoniewerkes Westsachsen, nach: "Er hat den Titel ,Brüder zur Sonne zur Freiheit' gespielt." Der alte Herr, der früher als Färber in der Palla gearbeitet hat, ist Bewohner des Pflegeheims an der Straße, hinter dem jetzt der Neubau entsteht. Früher hat er in einem Spielmannszug in Oelsnitz im Vogtland die Trommel gerührt. Und bis heute übt er täglich zwei bis drei Stunden, erfreut Bewohner sowie Gäste bei besonderen Anlässen mit seinem Spiel.

Traugott Kemmesies berichtete, dass die Diakonie an der Wettiner Straße in einem bereits 1880 erbauten Haus zurzeit 31 Pflegeplätze anbietet. Mit dem neuen, christlichen Altenpflegezentrum wolle man den neuen Bedürfnissen künftig besser gerecht werden. Aber nicht nur in der Altenpflege habe sich viel verändert, sondern auch in der Baubranche. So erfolgte der erste Spatenstich nicht mit dem Spaten, sondern mit der Baggerschaufel. Der Heimbeiratsvorsitzende Max Schramm erklomm dafür die Baumaschine. Dirk Naundorf vom Baggerbetrieb Burkhardt Thonhausen erklärte dem 87-Jährigen , der sein mit Abstand ältester "Lehrling" war, die nötigen Handgriffe, und ruckzuck grub sich die Baggerschaufel unter dem Beifall der Gäste in die Erde, sorgte für den ersten Aushub. Der alte Herr, der früher als Betriebsschlosser in der Nickelhütte St. Egidien gearbeitet hatte, lächelte stolz. "Der Aufstieg in den Bagger war am schwierigsten", sagte er, als er wieder runtergeklettert war. "Das Bedienen der Schaufel war einfach: Hebel rüber, Hebel nüber. Das hat gut funktioniert."

Schon in wenigen Wochen soll hier der Grundstein gelegt werden. In das neue Altenpflegezentrum will das Diakoniewerk Westsachsen 6 Millionen Euro investieren. Voraussichtlich 2020 soll alles fertig sein. Dann können auf vier Ebenen 48 Menschen mit Demenzerkrankungen in Wohngruppen mit je zwölf Einzelzimmern leben. Großzügige Gemeinschaftsräume und eine Wohngruppenküche pro Etage werden Möglichkeiten zur individuellen Tagesgestaltung geben. Wenn der Neubau fertiggestellt ist, soll das alte Pflegeheim davor abgerissen werden.

Übrigens: Zur Feier des Tages zeigten nicht nur die Senioren, was sie noch draufhaben. Auch die Mädchen und Jungen des Kindergartens "Regenbogen" nebenan waren gekommen und boten ein kleines Programm. So manches Lied, dass sie den Gästen der Feier darboten, sangen die Pflegeheimbewohner begeistert mit.

Gebet und Segen für den Neubau gab es mit Joachim Escher, Vorsitzender des Diakonischen Werkes Glauchau, Ragnar Quaas, stellvertretender Superintendent, und Matthias Große, Pfarrer der Kirchgemeinde St. Georgen Glauchau, gleich von drei Geistlichen.

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