Die Arbeit an der Hirschgrundbrücke ruht

Vor dem Wiederaufbau des denkmalgeschützten Bauwerks ist der Statiker gefragt. Doch das kostet Zeit.

Die Reste der Hirschgrundbrücke in Glauchau.

Für Sie berichtet: Stefan Stolp

Vom denkmalgeschützten Bauwerk, das im 17. Jahrhundert errichtet wurde, ist nicht mehr viel zu sehen. Abrissbagger fraßen sich in das Gestein. Etwa 900 Kubikmeter der historischen Hirschgrundbrücke sind abgerissen und entsorgt worden - in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde, wie die Stadt Glauchau auf Anfrage mitteilt. Während der Abrissarbeiten habe es keine Besonderheiten gegeben.

Doch die Arbeiten ruhen seit mehreren Tagen, nur noch die Reste der einstigen Bögen sind übrig geblieben. Wann es weitergeht, kann die Stadt nicht genau sagen. Denn es werde geprüft. Erst nach dem Abbruch habe die genaue Geometrie von Brücke und Bögen an den Abbruchgrenzen festgestanden. Diese Daten seien wichtig für die Tragwerksschalung, die zum Prüfstatiker gegeben worden sind. Der nächste sichtbare Schritt an der Brücke selbst wird nach Angaben der Stadt der Aufbau eines Arbeitsgerüstes sein, um die beiden mittleren Bögen aufbauen zu können. Die dazugehörigen Werkszeichnungen werden derzeit vom Prüfstatiker untersucht. Nach jetzigen Plänen soll die Brücke, die den Schlosspark mit dem Schloss verbindet, Ende Oktober 2019 fertiggestellt sein. Damit verschiebt sich der Endtermin um drei Monate, denn ursprünglich war von Juli 2019 die Rede.

Die Sanierung der Hirschgrundbrücke kostet etwa 1,1 Millionen Euro. Die Stadt hat dafür Fördermittel in Höhe von 80 Prozent bekommen. Das Vorhaben ist Bestandteil der gesamten Sanierungsoffensive im und am Glauchauer Doppelschloss. Parallel zu den Brückenbauarbeiten läuft der Umbau des Schlossvorplatzes zu einer multifunktional nutzbaren Fläche. Im Schloss selbst laufen Brandschutzmaßnahmen. Nächster Brocken wird die Neugestaltung des hinteren Schlossparks. Aus der stillgelegten Kleingartenanlage soll ein Park mit einer Wegeverbindung von Hirschgrundbrücke zum Heinrichshof entstehen, der sich gestalterisch dem vorderen Teil des Schlossparks in Richtung Paul-Geipel-Straße anschließt. Die ersten Planungen laufen bereits, im Herbst sollen den Stadträten Gestaltungsentwürfe vorgelegt werden.

Panne mit positiver Wirkung

Bei der Vorbereitung der Sanierungsarbeiten an der Glauchauer Hirschgrundbrücke hat es eine Panne gegeben. Das ging für die Stadt Glauchau am Ende jedoch positiv aus. Die Arbeiten mussten im Stadtrat zweimal vergeben werden. Nach der ersten Vergabe - sie wurde im März dieses Jahres beschossen - bekam ein Unternehmen aus Hainichen (Landkreis Mittelsachsen) für 1,4 Millionen Euro den Auftrag. Doch einer der Bieter hatte einen Nachprüfungsantrag gestellt. Die Vergabe musste im Mai schließlich wiederholt werden. Ergebnis: Ein Unternehmen aus Niederdorf bei Stollberg bekam den Auftrag für 1,1 Millionen Euro. (sto)

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