Die Faszination der leisen Flitzer

Am Sachsenring hatten Fans von fahrbaren Untersätzen die Wahl zwischen donnernden Traktoren und Seifenkisten.

Oberlungwitz/Schönberg.

Ganz ohne Auspuffgas und tuckernde Motoren kommen die Renner aus, die am Sonntag auf dem Sachsenring um Punkte im Mitteldeutschland-Cup der Seifenkistenfahrer ins Tal sausten. Der Wettkampf begann mit einer Gedenkminute für den 18-jährigen Seifenkisten-Piloten Marcel Jahreis aus Pirna. Der junge Mann war am 29. Januar bei einem Arbeitsunfall in Plauen ums Leben gekommen. Für ihn legten die Seifenkistenfahrer mit ihren Helmen auf der Rennstrecke ein großes "M".

Zum vierten Mal in Folge gingen die Motorlosen um Punkte im Mitteldeutschland-Cup am Sachsenring auf die 500 Meter lange Strecke zwischen Nordkurve und Sachsenkurve. Mit dabei eine Familie aus Schönberg bei Meerane. Eric Vettermann (28), der bereits seine 20. Saison fährt und im selbst gebauten "Dream Liner" mit der Nummer 17 sitzt, wurde vor zehn Jahren vom Vater Udo infiziert. Der baute für Tochter Maria, heute 17, die "Grüne Mamba" und für sich einen Oldtimer mit original Auto-Union-Markenzeichen. Mit dem fährt er auf Gleichmäßigkeit, die Kinder dagegen in der Klasse Einsitzer Speed. "Die Räder sind kugelgelagert. Da kriegst du 70 bis 80 Sachen drauf. Deshalb sind beim Rennen Helm und Handschuhe vorgeschrieben", sagt der 54-Jährige.


427 Teilnehmer fanden sich beim 14. Russentreffen an der Goldbachstraße ein. 109 Traktoren gingen an den Start, um beim Pulling den "stärksten Sachsen" zu ermitteln. Die Rundfahrt auf dem Sachsenring und das Nacht-Pulling wurden wegen des schlechten Wetters abgesagt. (hpk)

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