"Die Feuertaufe habe ich bestanden"

Die neue Meeraner Galerieleiterin Antje-Gesine Marsch über die nächste Ausstellung, Vorhaben und die Rolle von Verbündeten

Meerane.

Antje-Gesine Marsch hat Journalismus sowie Kunst studiert. Vor allem Letzteres kommt der 57-jährigen Thüringerin bei ihrer jetzigen Aufgabe zugute. Jochen Walther hat sich mit der Galerieleiterin unterhalten.

Freie Presse: In Kürze haben Sie die ersten 100 Tage geschafft. Fühlen Sie sich angekommen?

Antje-Gesine Marsch: Angekommen bin ich recht schnell, wurde als Thüringerin in Meerane freundlich aufgenommen. Der Anfang wurde mir durch den Vorstand des Kunstvereins leicht gemacht. Hier ist es vor allem Thuy Winkler, die immer ein offenes Ohr hat und mir mit Rat und Tat zur Seite steht.

Gleich in den ersten Tagen hatten Sie eine Vernissage zu begleiten. Waren Sie zufrieden?

Die Feuertaufe habe ich bestanden. Ich habe mir sagen lassen, dass die Vernissagen in der Galerie immer so gut besucht sind - das war schon überwältigend. Auch, dass Meeranes Bürgermeister Lothar Ungerer uns mit seiner Anwesenheit die Wertschätzung der Arbeit des Kunstvereins entgegenbrachte, ist erwähnenswert.

Inzwischen bereiten Sie wohl die nächste Ausstellung vor?

Richtig. Nach der Ausstellung ist vor der Ausstellung. Wir bereiten derzeit die Exposition mit Werken des Dennheritzer Künstlers Tilmann Röhner vor, die mit der Vernissage am 20. November eröffnet wird. Zuvor wird Khatia Gudushauri, die aktuell mit der "Kraft der Farben" in der Galerie präsent ist, den Interessierten am 17. November von 13 bis 18 Uhr Rede und Antwort stehen.

Sie haben zuvor als Journalistin gearbeitet. Hilft Ihnen das bei der jetzigen Arbeit?

Tatsächlich kommt mir die jahrelange Arbeit als Journalistin und Redakteurin zugute. Zum einen, dass ich natürlich in puncto Öffentlichkeitsarbeit vieles verrichten kann. Zum anderen waren für mich neben der allgemeinen lokalen Berichterstattung die Themen Kunst und Kultur sehr tragend. Das Rezensieren von Ausstellungen und Konzerten, aber auch Künstlergespräche gehören zu meinen favorisierten Bereichen - auch überregional.

Wollen Sie als Galerieleiterin zukünftig eigene Akzente setzen?

Nun. An Bewährtem anzuknüpfen und trotzdem neue Akzente zu setzen, steht auf meiner Agenda ganz oben. Dabei steht die Organisation niveauvoller Ausstellungen im Vordergrund. Auch die kontinuierliche Durchführung kultureller Veranstaltungen werde ich forcieren. Beispielsweise soll der 20. Todestag von Friedensreich Hundertwasser Thema eines Abends sein. Ebenso ein Vortrag von Roland Barwinsky, der seit 35 Jahren nach Siebenbürgen trampt - angedacht als ein Beitrag im Jahr 30 der Wiedervereinigung Deutschlands. Ganz neu entstanden ist der Gedanke eines regelmäßig stattfindenden "Erzähl-Cafés", der aber noch Impulse braucht. Ein Höhepunkt wird das Konzert mit dem Pianisten Peter Rösel am 3. April kommenden Jahres sein.

Welche Rolle spielen Verbündete beziehungsweise Partnerschaften?

Ein große Rolle. Zum Beispiel ist Zusammenarbeit mit den Vereinen der Kommune von enormer Wichtigkeit. Da gab es schon einige Kontakte und Treffen - unter anderem mit den Unternehmer- und Kuchenfrauen. Und die Ausstellungen der Meeraner Schulen, die im Wesentlichen Vorstandsmitglied Peter Paulitschke vorantreibt, stehen auch für 2020 im Kalender des Kunstvereins.

Wo sehen Sie Verbesserungen bei der Öffentlichkeitsarbeit?

In puncto Öffentlichkeitsarbeit werde ich das Augenmerk noch mehr in Richtung soziale Medien richten, um die Jugend stärker für das Thema Kunst zu begeistern. Vielleicht ergibt sich die Möglichkeit, dazu mit internetaffinen Schülern aus der Stadt ein gemeinsames Projekt auf den Weg zu bringen.

Auf was können sich die Freunde des Vereins noch freuen?

Der von Wolfgang Zscherpel organisierte Musikwettbewerb, aber auch der turnusmäßig stattfindende Malzirkel in der Galerie bereichern auch weiterhin vor das Jahresprogramm. Besonders freue ich mich, dass wir in diesem Jahr die Teilnahme an der Meeraner Händlerweihnacht zusagen konnten. Ein Beitrag, der vielleicht Leute, die die Galerie noch nicht kennen, dazu bringt, sich hier einmal in Ruhe umzuschauen. Einige Stände laden zum Schauen und Kaufen ein, auch für das leibliche Wohl wird bestens gesorgt. Zudem findet ab 15 Uhr das traditionelle Musikschulkonzert statt. Der Weihnachts-Kunstmarkt, der eine Woche zuvor, am 24. November einlädt, ist ebenso ein wichtiges Datum.

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