Die Geschichte von Grabowe

Bevor Glauchau 1240 erstmals erwähnt wurde, gab es an der Mulde ein Dorf namens Grabowe, es wäre heute 800 Jahre alt.

Glauchau.

Das Jahr 2019 ist für Glauchau voll bepackt mit Jubiläen: 525 Jahre Georgius Agricola und der 150. Geburtstag von Paul Geipel. Eines scheint aber schon fast in Vergessenheit geraten zu sein: Vor 800Jahren, also 1219, wurde die Siedlung Grabowe erstmals erwähnt, also 21 Jahre vor der ersten urkundlichen Erwähnung von Gluchowe, dem späteren Glauchau. Dies wurde im Jahr 2015 in der Stadt groß gefeiert.

Der Chronist Rolf Scheurer hat sich mit der Anfangszeit von Glauchau intensiv befasst. Damals gab es auf dem Territorium des heutigen Glauchau und in der Umgebung einige sorbische Dörfer. "Wir dürfen die jetzt noch bestehende Orte Schlunzig, Jerisau und Gesau dazu rechnen", meint Rolf Scheurer. Das damalige, in einer Urkunde aus dem Jahr 1219 genannte Dorf Grabowe gibt es heute nicht mehr. Rolf Scheurer geht davon aus, dass es sich westlich der Mulde am Sandanger befunden hat. Übrig ist davon offenbar nichts mehr. Bis Mitte des 19.Jahrhunderts bestand nach den Worten von Scheurer in der Talebene zwischen Glauchau und Gesau eine Anlage, als deren Ursache man einen slawischen Burgwall vermuten könnte. Darüber gebe es jedoch keine weiteren Nachforschungen, auch nicht über einen Fund: In Gesau wurden laut Scheurer im Jahr 1935 beim Bau der Tankstelle Tonscherben gefunden, die "möglicherweise in die sorbische Zeit zurückreichen".


Als die Stadt Glauchau im Jahr 2015 ihr 775-jähriges Bestehen - die erste gesicherte urkundliche Erwähnung von "Gluchowe" war im Jahr 1240 - feierte, erschien das Buch "Streiflichter auf 775 Jahre Glauchauer Stadtgeschichte". Das beinhaltete nicht nur einen Aufsatz von Rolf Scheurer über die Anfänge von Glauchau und die Vorgeschichte, sondern auch einen Beitrag von Jörg Petermann "Denkanstöße zur Geschichte der Stadt Glauchau", der sich ebenfalls mit Frage der Entstehung von Glauchau befasst. Petermann beschreibt verschiedene Theorien über den Namen "Glauchau" und stellt sie gegenüber. In seinem Aufsatz ist unter anderem zum Thema "Grabowe" zu lesen: "Das Dorf ... lag linksseitig der oberen Muldenbrücke, noch im Mittelalter existierte dort die Flurbezeichnung "Gärten zu Grabe". Es ist mit Nauendorf in der heutigen Stadtflur aufgegangen. Noch im Jahr 1219 waren sie urkundlich als Dörfer erwähnt."

Heute erinnern nur noch die Straßenbezeichnungen "Naundorfer Wiesenweg und "Am Sandanger" an die alten, nicht mehr existierende Dörfer.

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