Die Glauchauer zündeln am meisten

Zur Walpurgisnacht am Sonntag geht es wieder heiß her in der Region. Beim Anfeuern gibt es aber Unterschiede.

Glauchau.

Die Zahl müsste Mike Wunderlich eigentlich beunruhigen: 263. Mit so vielen Feuerstellen rechnet die Glauchauer Verwaltung für den kommenden Sonntag. Doch der stellvertretende Wehrleiter bleibt gelassen. "In den letzten Jahren gab es nur vereinzelt Vorfälle, wo wir ausrücken mussten", sagt er. "Aber nichts Größeres. Eine Handvoll Kameraden sind in Bereitschaft, sollte etwas passieren."

Dass die Stadt die Anzahl der Feuer so genau benennen kann, hat einen Grund: Diese müssen angemeldet werden. "Das gilt für alle offenen Feuerstellen. Es sei denn, sie nutzen einen Korb oder eine Schale", so Wunderlich. Die Antragsfrist endete am Dienstag. Auf die Einwohnerzahl heruntergerechnet lodert in Glauchau zur Walpurgisnacht etwa pro 90 Einwohner ein Feuer.

Weniger heiß geht es in Waldenburg zu. "Wir haben zehn Anmeldungen von Vereinen und Feuerwehren vorliegen sowie 14 von Privatleuten", sagt Frank Ludwig vom Ordnungsamt. Macht etwa eine Brandstelle auf 145 Einwohner. Aus der Meeraner Verwaltung gab es keine konkreten Zahlen. Warum die Glauchauer mehr zündeln, dafür hat Mike Wunderlich eine einfache Erklärung. "Es gibt kein größeres, öffentliches Hexenfeuer." Laut Verwaltung sind besonders Gartenvereine und Jugendclubs stark vertreten. Den Hauptteil machten aber private Nutzer aus.

Anders in Waldenburg, wo an der Muldenbrücke ein traditionell großer Zulauf herrscht. "Die 14 privaten Anmeldungen bei uns kennen wir auch schon. Das sind meistens seit Jahren dieselben", so Frank Ludwig.

Die Anmeldungen seien nicht nur Formsache. Ludwig: "Wir geben die Adressen der Polizei und den Rettungsleitstellen weiter." Sollte jemand aus der Ferne einen Brand beobachten und das via Notruf melden, kann die Behörde abgleichen, ob dort ein "Brauchtumsfeuer" - so das offizielle Amtsdeutsch- registriert ist. Ein paar Auflagen gibt es freilich auch. "Wir geben etwa zwei bis drei Stunden vor und maximal auf einer Größe von zwei Kubikmetern", sagt Frank Ludwig. Ein paar Tipps hat Feuerwehrmann Wunderlich noch parat. "Ausreichend Abstand zum Feuer halten, nie unbeaufsichtigt lassen. Je nach Größe einen Schlauch oder Wassereimer dabeihaben." Dann können er und seine Kollegen auch gelassen bleiben.

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