Die Kombination von Jeans und Berliner Mauer

Dem Textil- und Rennsportmuseum in Hohenstein-Ernstthal steht ein spektakuläres Kunstprojekt ins Haus. Es hat etwas mit Beton und Hosen zu tun.

Hohenstein-Ernstthal.

Die Bilder sind einem bis heute im Gedächtnis haften geblieben: Nach dem Fall des sogenannten antifaschistischen Schutzwalls am 9. November des Jahres 1989 stürmen Tausende junge Menschen aus dem ganzen Land die Mauer in Berlin und klettern auf das Bauwerk. Die meisten von ihnen tragen Jeans.

"Ende der 80er-Jahre trug hierzulande fast jeder Jeans. So ist für manche eine Art Assoziation entstanden. Sie verbinden bildhaft die Betonmauer mit den beliebten Hosen, egal, ob sie aus DDR- oder BRD-Produktion stammten", sagt Marina Palm, die Leiterin des Textil- und Rennsportmuseums in Hohenstein-Ernstthal. Auch der Hohenstein-Ernstthaler "Freie Presse"-Fotograf Andreas Kretschel war damals in Berlin mit der Kamera dabei und hat die Mauer-Jeans-Kombination festgehalten. Jetzt plant eine amerikanische Künstlerin ein spannendes Projekt. Das will sie im Textil- und Rennsportmuseum umsetzen.

Die Künstlerin heißt Andrea Myers und stammt aus Ohio. "Für das Projekt in unserem Haus stellen wir ihr alte Jeanshosen zur Verfügung stellen", sagt Marina Palm. "Die Stoffe will die Künstlerin in einem textilen Wandobjekt in Patchworkart verarbeiten." Deshalb ist das Museum noch auf der Suche nach alten, abgelegten Jeanshosen, die dann in das Kunstwerk eingearbeitet werden.

Aus der Zeit des Mauerfalls müssen die Hosen aber nicht unbedingt stammen, sie dürfen auch jünger sein. Wie das Kunstwerk aussehen soll, ist noch ein Geheimnis. Andrea Myers kommt Ende des Monats/Anfang Februar nach Hohenstein-Ernstthal, um mit der Arbeit zu beginnen, für die sie dann eine Woche Zeit hat. Am 7. Februar soll die Sonderausstellung dann offiziell eröffnet werden. Sie geht bis zum 19. April. Wer alte Jeans zu Hause hat, kann sich mit dem Museum in Verbindung setzen.

info@trm-hot.de

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