Die Musik ist ihr Ausgleich

Da ist Musik drin Westsachsen, wie es singt und klingt. Heute: 'Die Band "BAEXSTAGE". Die Mitglieder der Gruppe wissen: Wer hobbymäßig musiziert, muss gut im Organisieren sein. Sie schaffen sich Freiraum neben der Arbeit.

St. Egidien.

Alles begann im Jugendclub "Blue Moon" in St. Egidien. Der damals 20-jährige Ivo Sonka war begeistert von den Gitarrenklängen seines Kumpels. Da er aber eher den Fußball-Künsten zugetan war, beschlossen beide, sich ihr geliebtes Hobby gegenseitig zu zeigen.

Mit den einfachen Akkorden zu "Lady in Black" begann der heute 41-Jährige seine Karriere und fing an, wie er salopp sagt, "einfach zu spielen". Schon in der Kindheit lernte Ivo Sonka den jüngeren John Rabe kennen, der von Beginn an fester Bestandteil der heutigen dreiköpfigen Band ist, deren Besetzung immer mal wechselte. "Mein Vater kennt Ivo als Kunden aus der KfZ-Werkstatt, und wiederum seine Eltern sind meine Lehrer in Schule gewesen", sagt der 27-jährige Projektingenieur.

Mittlerweile musizieren die beiden seit nunmehr zwölf Jahren, probten anfangs zu Hause, später im beliebten Jugendclub des Dorfes. Der Job brachte Ivo Sonka und Stephanie Lindner zusammen. Beide organisieren sich in ihrer Selbstständigkeit als Lackierer und Foliererin. Irgendwann nahm Ivo Sonka die junge Frau mit zu den Proben, und eine Regelmäßigkeit entwickelte sich. "Ich habe schon seit meinem 14. Lebensjahr mit meiner Schwester gesungen, sie organisiert Hochzeiten", sagt Stephanie Lindner, die mit ihrer zarten Stimme die kleine Band in ihrer derzeitigen Normalbesetzung komplett macht. "Die Entstehung des Namens der Acoustic Cover Band "BAEXSTAGE" war eine lustige Sache: "Wir hörten Punk-Musik, spielten selbst aber keine. Also nannten wir uns spaßeshalber ,Bank-Band'. Wir tranken damals Becks-Bier. Alles zusammen und gedreht ergab unseren Namen, unter dem wir auch im Internet auf Youtube zu finden sind", sagt Ivo Sonka.

Rock, Oldies, Country und teilweise Songs aus der Punkrock-Richtung haben die drei Musiker im Repertoire. "Eigene Lieder spielen wir eher privat. Da ich mit Ivo seit vier Jahren zusammen bin, ist unsere Musik auch eine Herzensangelegenheit für mich", sagt die 29-Jährige. Mit den beiden Kindern ist es schwierig, Termine für Proben zu organisieren. "John arbeitet zwar wohnortnah, aber wir brauchen immer jemanden für unsere Kids, dafür werden alle Omas eingesetzt", sagt die zweifache Mutter. "Nicht nur für die Proben, auch bei Auftritten bin ich als Sängerin unabkömmlich. Ivos Mutti, Oma Regina, ist öfters Babysitterin. Bei ihr im Keller können wir in den kalten Monaten unsere Songs üben. Im Sommer sind wir in der Werkstatt, dort können wir Krach machen und auch mal richtig aufdrehen", sagt sie. Aber nicht immer hat es das Trio auf Krach abgesehen. "Wir spielen gern auf Hochzeiten und privaten Feiern, zu Firmenevents oder Stadtfesten. Wir wurden aber auch zum MotoGP auf dem Sachsenring gebucht, waren in Zwickau zur Kunst-und Kulturmeile, und mittlerweile waren wir zum achten Mal in Ortmannsdorf zu Himmelfahrt." sagt John Rabe. "Für mein anderes Hobby Kartrennen bleibt dann nur wenig Zeit."

Stephanie Lindner versucht, weitere Hobbys zu pflegen. "Wenn es die Zeit hergibt, tanze ich. Und momentan bringe ich mir bei, Ukulele zu spielen. Das passt zu den Gitarren von Ivo und John." Neben ihrem Alltagsstress freuen sich die drei stets auf das gemeinsame Musizieren.


Fünf Fragen an die Band

Welches Lied würden Sie verbieten?

Stephanie Lindner: "Ein Stern, der deinen Namen trägt" von DJ Ötzi.

Ivo Sonka: "Komm, wir fahren nach Amsterdam" von Cora.

John Rabe: "Hey, wir woll'n die Eisbären sehen" von den Puhdys.

Übrigens: Bei Helene Fischers "Atemlos" sind sich alle einig, auf den Song könne man gut verzichten.

Wie lange hält bei Ihnen ein Ohrwurm?

Ivo Sonka: Bei mir manchmal nur eine halbe Stunde.

Stephanie Lindner: Manchmal hält er tagelang.

John Rabe: Je nachdem, wie es dem Wurm im Ohr gefällt.

Welchen Musiker würden Sie gern wiederbeleben?

Stephanie Lindner: Elvis Presley - aber in seiner guten Zeit.

Ivo Sonka: Kurt Cobain.

John Rabe: Chester Bennington.

Können Sie Noten lesen?

Ivo Sonka: Ja, aber langsam.

Was war Ihr schlimmstes Konzert?

Ivo Sonka: Es war ein eigenes Konzert, eine Firmenfeier in Limbach-Oberfrohna. Die Mitarbeiter konnten einander überhaupt nicht leiden, die Stimmung war im Keller, und es gab keine Reaktion auf unsere Musik. Aber das Essen war gut, es gab Kloß mit Soße.

Stephanie Lindner: Und wir hatten ein stürmisches Konzert auf der Dachterrasse einer Kieferchirurgie. Uns hat es fast weggeweht, unser Equipment war völlig durchnässt - also spielten wir letztendlich unplugged in den Räumen. Zu diesem Konzert war ich gerade schwanger.nicos

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...