"Die Stadt braucht Internet-Experten"

Wernsdorfs Ortvorsteher sieht auch künftig das Rathaus in der Pflicht, wenn es um das weltweite Netz geht

Glauchau.

Nach der Telekom-Offensive hat sich die Lage in Glauchau verbessert, doch nicht überall gleich. Über die Konsequenzen hat Stefan Stolp mit dem Ortsvorsteher Andreas Winkler (CDU) gesprochen.

Freie Presse: Die Telekom hat ein Jahr lang in Glauchau Glasfaserkabel verlegt, und damit für schnellere Internetverbindungen im Stadtgebiet gesorgt. Wie sieht es denn auf dem Land aus?

Andreas Winkler: Dass die Telekom in das Glasfasernetz investiert hat, führte schon zu Verbesserungen, vor allem bei uns in Wernsdorf, wenn auch nicht flächendeckend und nicht für jeden zufriedenstellend. Wir waren zuvor eine digitale Wüste, in der gar nichts ging. Doch ob das jetzige Angebot künftig ausreichen wird, da habe ich Zweifel.

Wie meinen Sie das?

Die Entwicklung geht ständig weiter. In zehn bis 20 Jahren werden weit höhere Geschwindigkeiten Standard sein. Da sind wir im ländlichen Raum mit unseren vielleicht fünf Megabite pro Sekunde, doch recht langsam.

Es gibt doch Alternativem, zum Beispiel kabelloses Internet.

Das ist für viele aber sehr teuer. Da rede ich nicht mal vom Elektrosmog. Man muss bedenken, dass die Versorgung mit schnellem Internet mittlerweile so normal sein sollte wie mit Strom, Wasser oder Abwasser.

Wie lässt sich das Problem aus Ihrer Sicht lösen?

Wir haben im Wernsdorfer Ortschaftsrat schon vor mehr als drei Jahren auf die Notwendigkeit des schnellen Internets im Ort aufmerksam gemacht, hatten den damaligen Wirtschaftsförderer mehr als einmal zu Gast. Dann kam die Telekom, und wir waren erst mal froh, dass überhaupt etwas passierte. Jetzt merken wir, die Stadt braucht einen Internet-Experten, der sich einzig und allein um diese Belange kümmert, der Strategien für die Zukunft entwickelt.

Wie soll das aussehen?

Entweder die Stadt findet eine geeignete Person für die Arbeit oder holt sich externe Hilfe, die muss allerdings kontinuierlich sein. Denn das Internet-Thema wird uns noch lange beschäftigen, weil sich mit der Technik auch die Ansprüche rasant entwickeln. Schnelles Internet ist schon jetzt ein wichtiger Standortfaktor, nicht nur für die Wirtschaft auch für den privaten Wohnungsbau.

Ihre Forderung nach einem solchen Experten ist neu.

Richtig, ich habe damals schon den Vorschlag gemacht, so etwas wie eine Stabsstelle Internet im Rathaus einzurichten. Aufgabe sollte sein, den Bedarf zu ermitteln, Fördermöglichkeiten zu suchen und Geld im städtischen Haushalt einzuplanen. Die Stabsstelle hätte darüber hinaus die Arbeiten der Telekom kontinuierlich begleiten und rechtzeitig auf Probleme aufmerksam machen können.

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