Dieser Gruß nach Glauchau ist genau 100 Jahre alt

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Am 11. Februar 1921 wurde die Postkarte mit der Ansicht des Schönheider Bahnhofes nach Glauchau geschickt. Ein Sammler hat sie jetzt bei einer Auktion entdeckt.

Glauchau.

Günther Klebes liebt Ansichtskarten über alles, vor allem solche, die eisenbahnhistorische Motive aus dem deutschsprachigen Raum aufweisen. Als Sammler ist der 72-Jährige aus Erlangen auf Auktionen unterwegs, jetzt, in Coronazeiten läuft das im Internet. "Bei einer luxemburgischen Auktion bin ich auf eine Ansichtskarte vom Bahnhof Schönheide gestoßen", sagt er. Und: Die Karte ist adressiert nach Glauchau, Zwinger 6, und wurde am 11. Februar 1921 abgestempelt, also heute vor 100 Jahren.

Diese Karte wollte Klebes unbedingt haben, denn Eisenbahnmotive aus Sachsen gehören seinen Worten nach in seine Sammlung. Die Karte, die einen Gruß von einem Manuel an einen Kurt beinhaltet, sei, trotz ihres hohen Alters, noch gut erhalten. Der Nachname des Empfängers ist schwer zu entziffern. "Männel" oder "Hummel" könnte er möglicherweise heißen. Doch im Glauchauer Adressbuch aus dem Jahr 1922 findet sich kein derartiger Name unter der Adresse. Eingetragen unter Zwinger Nummer 6 ist in dem Adressbuch die Familie Scheibe.

"Erstaunlich fand ich, dass der Anbieter eine Adresse in Zagreb hatte", erklärt Klebes. Weil er der einzige Bieter gewesen sei, habe er die Wunschkarte für gerade einmal 1,50 Euro erworben. "Das ist eigentlich viel zu billig", kommentiert Klebes. Normalerweise wäre er bereit gewesen, bis zu fünf Euro auszugeben. Es gebe Sammler, die einen zweistelligen Betrag hinblättern würden.

Wie das gute Stück von Sachsen nach Kroatien gekommen ist, darüber kann der Sammler nur spekulieren. "Ob dahinter eine Auswanderung steht, oder einfach ein Bündel alter Postkarten nach einer Haushaltsauflösung an einen Händler veräußert wurde, der die Karten über das Internet weiter vermarktet, weiß ich nicht", sagt Klebes. Er habe sogar schon Karten aus Australien, Israel oder Südafrika erworben.

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