Dörfer zeigen sich im Festkleid

Schlunzig und Wulm feiern Pfingsten gemeinsam ihr 800-jähriges Bestehen. Die Liebe der Einwohner zu ihrem Dorf zeigt sich an den geschmückten Vorgärten und Häusern.

Schlunzig/Wulm.

Es ist nicht nur das Jubiläumsjahr, dass Schlunzig undWulm verbindet. Historisch gesehen leben beide Orte seit vielen 100 Jahren ein freundschaftliches Miteinander. "1219 wurden Slunz und Vulmin duo erstmals urkundlich im Codex diplomaticus Saxoniae erwähnt", sagt Ronny Kühnert. Der Schlunziger gehört zu den 20Organisatoren der 800-Jahr-Feier, hält die Chronik in den Händen und weiß mehr als manch anderer Dorfbewohner über die Historie.

"Es ist eine spannende Sache, in die Vergangenheit zu blicken. Nur nahezu 20 Bauern waren es, die sich laut alten Listen um 1140 an der Stelle des Sorbenweilers Slunz niederließen", sagt er. Dabei spielte die Mulde damals schon eine große Rolle, nahmen die Siedler den natürlichen Muldenbogen als vorgegebene Rundlingsform ihres Dorfes an. Gleich gegenüber entstand der Ort, wo der Fluss seine Wogen zeigt, Vulmin, das heutige Wulm. In dieser Zeit war für die christianisierten Bewohner die Marienkirche zu Osterweih in der heutigen Zwickauer Nordvorstadt die Hauptkirche. Erst 1220 begann in Schlunzig der Bau einer Kirche, der unter anderem mit Geröllsteinen aus den Slunzer Eisengruben erst 1280 fertiggestellt werden konnte. "Wulm gehört seit 1540 zur Schlunziger Kirchgemeinde und seit 1546 sind beide Orte evangelisch. Ein kleiner Weg, der Wulmer Kirchsteig, führte damals die Gläubigen von Wulm in die Kirche zu uns ins Dorf", so Christoph Flähmig, dem als "Ureinwohner" Schlunzigs so manches Ereignis zugetragen wurde.


Seit Anfang 2018 treffen sich die Organisatoren regelmäßig, um immer wieder neue Ideen und Probleme zu besprechen. "Es macht großen Spaß, kostet aber auch Zeit. Wir hoffen auf wundervolle Feiertage zu Pfingsten. Und, dass wir alle Parteien zusammenbringen, wie die beiden Ortschaftsräten, die Kirche und beide Feuerwehren. Leider gibt es hier kaum Vereine", so Kühnert. "Die Bewohner beider Dörfer haben schon fleißig geschmückt. Das hat zu solchen Festen Tradition." Monika und Roland Krätzschmar aus Schlunzig beispielsweise haben wie viele andere ein historisches Bild von ihrem Haus im Vorgarten aufgestellt. "Wir stehen hier an derselben Stelle wie unsere Familie damals", sagt Roland Krätzschmar. Auch in Wulm gibt es viele ideenreich gestaltete Grundstücke. Geschätzte 530 Bewohner beider Orte rutschen nun über Pfingsten zusammen, um das Fest auszurichten. "Unser Umzug am Sonntag soll grandios werden. Wir sind schon bei 50 Bildern. Viele Anwohner machen mit. Wir hoffen, dass entlang der Strecke viele Besucher stehen", sagt Kühnert. (mit vim)


Festprogramm zum Jubiläum am Pfingstwochenende

Freitag:

Ab 16 Uhr Kaffee trinken im Festzelt am Vereinshaus, Am Dorfteich 8 in Schlunzig. Gegen 19.30 Uhr beginnt der Fackelumzug, der von der Klatschschänke zum Festplatz führt. Ab 21 Uhr steigt die Disco im Festzelt mit DJ Peppermind & DJ B-Time (Eintritt 5 Euro).

Samstag:

10 Uhr beginnt der Feuerwehrwettkampf mit Schauübung neben dem Festplatz. Ab 14 Uhr gibt es ein Kinderfest auf dem Festplatz, ab 19 Uhr Livemusik im Festzelt (Einlass ab 17.30 Uhr, Eintritt 5 Euro).

Als Vorband spielt Contact Project,

Hauptact ist Rock Ambulance.

Sonntag, 9.Juni

10 Uhr beginnt der Gottesdienst in der Schlunziger Kirche. Ab 10 Uhr gibt es einen Frühshoppen im Festzelt. Um 14 Uhr startet der große Festumzug an der ehemaligen Pension "Elke" an der Wulmer Hauptstraße. Er führt über die Wulmer Hauptstraße, die Crossener Straße und die Moseler Alle bis zum Festplatz. Die betreffenden Straßen sind zwischen 13.30 und 16.30 Uhr gesperrt.

Montag:

10 bis 16 Uhr Ausklang des Festwochenendes zum Deutschen Mühlentag an der Schlunziger Klatschschänke. (nicos)

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