Drehleiter: Verkauf ist geplatzt

Ihre Transparenz fällt der Stadtverwaltung in Crimmitschau auf die Füße. Sie bleibt auf einem alten Feuerwehr-Fahrzeug sitzen.

Crimmitschau.

Alles zurück auf null: Die 25 Jahre alte Feuerwehr-Drehleiter steht weiter im Gerätehaus an der Fabrikstraße in Crimmitschau. "Die Drehleiter ist einsatzbereit", sagt Stefan Aurich, Referent der Stadtverwaltung in Crimmitschau.

Ein Blick zurück: Im August stimmten die Stadträte aus Crimmitschau bei einer Sitzung des Verwaltungsausschusses für den Verkauf der Feuerwehr-Drehleiter nach Seelingstädt. Dafür sollte ein Betrag von 25.000 Euro überwiesen werden. Die Übergabe war für Ende August oder Anfang September geplant. Dazu kam es allerdings nicht, die Termine für die Unterschrift des Kaufvertrages und die Übergabe der Feuerwehr-Drehleiter mussten mehrfach verschoben werden. Am 16. November sorgte ein Schreiben aus der Gemeindeverwaltung in Seelingstädt für Klarheit. "Darin wurde uns mitgeteilt, dass sich der Gemeinderat gegen einen Kauf entschieden hat", sagt Andrea Beres, Wirtschaftsförderin der Stadtverwaltung in Crimmitschau. Eine Anfrage der "Freien Presse", warum die Entscheidung gefallen ist, lässt die Verwaltungsgemeinschaft Wünschendorf, zu welcher Seelingstädt gehört, unbeantwortet.

Ein Grund soll nach Informationen aus Feuerwehrkreisen die Veröffentlichung von Zahlen gewesen sein, die Mitarbeiter der Stadtverwaltung für einen internen Vergleich abgefragt und in der Beschlussvorlage für den Verwaltungsausschuss veröffentlicht hatten. In den Unterlagen stand, dass ein Unternehmen aus Elz in Hessen 10.000Euro geboten habe und ein Auktionshaus aus Chemnitz - abhängig vom Zustand - zwischen 5000 und 18.000 Euro aufrufen würde. Das sind wesentlich geringere Summen als mit Seelingstädt ausgehandelt waren. Haben die Verantwortlichen im Rathaus in Crimmitschau möglicherweise zu viele Informationen und Zahlen preisgegeben? Stefan Aurich nickt: "Die Beschlussvorlage war vielleicht zu transparent. Allerdings ist es unser Ziel, transparente Entscheidungen zu fällen." Gemeindewehrleiter Werner Spalerski muss nun einen neuen Anlauf nehmen, um einen Käufer zu finden. Dabei soll auf ein "funktionierendes Netzwerk in Feuerwehrfachkreisen" zurückgegriffen werden. Allerdings sind auch Annoncen in Feuerwehrzeitschriften und eine Versteigerung denkbar. Zuvor muss die Stadt aber den Beschluss des Verwaltungsausschusses, der nun hinfällig ist, aufheben.

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