Eidgenossen schenken Glauchau Bücher

Die Schweizer Literaturtage finden in diesem Jahr zum 20. Mal im Freistaat statt. Für Glauchau war es eine Premiere und für die Stadt- und Kreisbibliothek ein besonders nachhaltiges Ereignis.

Glauchau.

Erstmals ist Glauchau Austragungsort der Schweizer Literaturtage gewesen. Sie feiern dieses Jahr ihr 20-jähriges Bestehen im Freistaat und finden jährlich nach der Leipziger Buchmesse in ausgewählten sächsischen Bibliotheken statt. Dieses Jahr sind es neben der Glauchauer Bibliothek die Stadtbibliothek Lichtenstein und die Gemeindebibliothek in Neukirchen.

Bei den Literaturtagen handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der sächsischen Landesfachstelle für Bibliotheken mit der Schweizerischen Botschaft in Berlin, dem Schweizerischen Konsulat in Dresden, dem Schweizerisch-Deutschen Wirtschaftsclub in Dresden und dem Schweizer Buchhändler- und Verlegerverband (SBVV) in Zürich.

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Mit dem literarischen Höhepunkt will die Schweiz sich als Buch- und Kunstland vorstellen. Die Schweiz soll nicht nur Inbegriff von Schokolade, Käse, Uhren und Taschenmesser sein, sondern auch die Schweizer Literatur hervorheben.

Begründerin Kerstin Scheibe von der Landesfachstelle für Bibliotheken in Sachsen ist stolz, dass die Schweizer Literaturtage immer noch Bestand haben. "Wir möchten damit die Arbeit der Bibliotheken auszeichnen. Sie sind unermüdlich im Einsatz, um den Bildungsauftrag bei Kindern und Jugendlichen zu erfüllen." Für die Literaturtage wähle man bewusst kleine bis mittelstädtische Bibliotheken als Austragungsorte aus, da die Einrichtungen bei Fördergeldern beziehungsweise Spenden vernachlässigt werden, sagte Scheibe. Im Rahmen einer feierlichen Übergabe erhielt die Glauchauer Kreisbibliothek den gesamten Sammlungsbestand des SBVV überreicht. Die Spende aus 300 Büchern besteht aus Romanen sowie Kinder-und Sachbüchern. "Wir freuen uns, dass die im Messestand der Leipziger Buchmesse ausgestellten Bücher der Schweizer Verlage in unseren Bibliotheken ein zweites Leben erfahren dürfen. Der mit den Buchspenden vorige Woche eingerichtete Tisch wurde von unseren Lesern bereits gut angenommen. Auf diese Weise können wir erfahren, wie vielfältig die schweizerische Buchlandschaft ist", sagte die Leiterin der Glauchauer Bibliothek, Birgit Jacob, zur Übergabe im K&K-Salon des Glauchauer Stadttheaters.

Als weiterer Programmpunkt war der Schweizer Autor Sunil Mann zu Gast. Er wurde 1972 als Sohn indischer Einwanderer im Berner Oberland geboren und ist als Flugbegleiter tätig. Mittlerweile arbeitet er hauptsächlich als Autor. Seine zahlreichen Kurzgeschichten wurden bereits ausgezeichnet. Für sein Romandebüt "Fangschuss", das 2010 auf dem Markt erschien, wurde er mit dem Züricher Krimipreis geehrt. Sunil Mann las bereits am Vormittag vor Schülern der dritten Klassen der Grundschule am Rosarium in Glauchau aus einem Buch vor, dessen Held der kleine temperamentvolle Schutzengel Gabriel ist. "Die Kinder waren sehr aufmerksam und haben kluge Fragen gestellt", sagte der Autor. über seine Stippvisite bei den Grundschülern.

Nach der Buchübergabe präsentierte er den Gästen im Stadttheater ein Best-of seiner sieben Kriminalromane um den Privatdetektiv Vijay Kumar. Wie der Autor verriet, sei der Protagonist autobiografisch. Für seine Bücher nehme Sunil Mann sich viel Zeit für die Recherche. Beispielsweise beschäftigte er sich in seinem Buch "Familienpoker" mit dem Thema Kinderhandel in Spanien. Im Frühjahr erscheint sein neuer Thriller.

Für ihn ist es das zweite Mal, dass er als Autor an den Schweizer Literaturtagen teilnehme. "Für mich ist das Format interessant, weil man in die kleinen Städte geht. Ich lerne bei meinen Lesungen die Menschen besser kennen", so der Buchautor.

Mit dem Autor wolle man laut Kerstin Scheibe von der Landesfachstelle "Schweiz zum Anfassen" für die Interessenten bieten. Und Sunil Mann hat sowohl Kinderbücher als auch Kriminalromane für Erwachsene im Repertoire. Anschließend konnten die Gäste Bücher des Eidgenossen bei Silvia Hengmith von der Buchhandlung Goerke in Meerane käuflich erwerben und vom Autor signieren lassen.

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