Einbau der Toiletten bleibt umstritten

Zehn Jahre wird bereits über das Haus am Glauchauer Schillerplatz diskutiert. Jetzt ist klar, das WC kommt. Doch Einigkeit ist im Stadtrat noch längt nicht erzielt worden.

Glauchau.

An den Plänen, im ehemaligen Toilettenhaus am Glauchauer Schillerplatz ein öffentliches und barrierefreies WC einzubauen, hält die Stadt fest, trotz Widersprüche einiger Stadträte. Aber die Mehrheit im Gremium hat den Weg frei gemacht.

Demnach wird, um die Finanzierung des Vorhabens zu sichern, zusätzliches Geld aus dem Topf für das Fördergebiet "Scherberg" umgeschichtet und für die Sanierung des denkmalgeschützten Hauses am Schillerplatz verwendet. Es handelt sich um 70.000 Euro, sodass die Gesamtkosten nun bei 246.000 Euro liegen. Damit sind die Mehrkosten, weswegen die Auftragsvergabe im Frühjahr dieses Jahres platzte, nun offenbar kein Problem mehr. Die Bauleistungen sollen im nächsten Jahr ausgeschrieben werden, kündigt die Stadt an.

Geplant ist, eine Toilette für Damen und Herren sowie eine für behinderte Menschen in das zu sanierenden Gebäude einzubauen. Darüber hinaus soll der hintere Gebäudeteil so hergerichtet werden, dass er ebenfalls nutzbar wird - als Büro, als Lager oder anderweitig. Da sind noch keine Entscheidungen getroffen worden.

Seit zehn Jahren diskutiert der Glauchauer Stadtrat darüber, ob und wie in das Haus öffentliche Toiletten integriert werden können. Und noch immer herrscht keine Einigkeit. Stadtrat Stephan Wusowski ist erklärter Gegner des Projekts. "Ich sehe keine Notwendigkeit, dort eine Toilette einzubauen", sagte er. Es gebe in Glauchau genügend Möglichkeiten, seine Notdurft zu verrichten, auch für Rollstuhlfahrer. Die Jugendlichen aus dem nahe gelegenen Berufsschulzentrum etwa, die den Schillerplatz häufig frequentieren, haben eine Toilette im Schulgebäude. Darüber hinaus sieht Wusowski die Gefahr von Vandalismus auf die Stadt zukommen. Es nütze nichts, wenn man für viel Geld eine Toilette baut, um sie nach kurzer Zeit wegen Vandalismus wieder schließen zu müssen. Er frage sich überhaupt, ob das Haus am Schillerplatz so erhaltenswert ist.

Für sein Kontra hat er viel Kritik von anderen Stadträten einstecken müssen. "Es gibt einen Baubeschluss und der gilt noch immer", sagte zum Beispiel der CDU-Stadtrat Ulrich Schleife. Für seinen Fraktionschef Karsten Ulbricht sind die Argumente Wusowskis "unter der Gürtellinie". Und Andreas Salzwedel von den Linken sagte: "Es ist unstrittig, dass wir an dieser Stelle eine öffentliche Toilette brauchen." Und auch der Seniorenbeirat, der in den letzten Wochen sich für den Einbau des WC stark gemacht hatte, kritisiert Wusowski. Die Vorsitzende Elke Köhler: "Es geht in erster Linie um eine Toilette für die Behinderten." Beirat Dietmar Krusche: "Ich kann die Argumente von Stephan Wusowski nicht nachvollziehen und wünsche mir, dass nun nach zehn Jahren endlich mal gebaut werden kann."

Oberbürgermeister Peter Dresler skizzierte die Strategie der Stadt zum Thema Toilettenhaus am Schillerplatz. "Wir in der Verwaltung haben ja gesagt, zum Erhalt, zur Sanierung und zur Nutzung des gesamten Gebäudes."

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