Eine Medaille geht nach Frankreich

Normalerweise werden auf dem Neujahrsempfang in Waldenburg verdienstvolle Bürger der Stadt ausgezeichnet. Diesmal erhielt auch ein weit gereister Gast eine Ehrung.

Waldenburg.

Kein Stuhl blieb im Waldenburger Schloss zum Neujahrsempfang der Töpferstadt am Freitagabend leer. "Noch nie zuvor haben so viele Gäste ihr Kommen zugesagt", sagte der Waldenburger Bürgermeister Bernd Pohlers (Freie Wähler).

Ein Höhepunkt des Neujahrsempfangs war die Ehrung für verdienstvolle Bürger der Stadt, wobei ein Ausgezeichneter gar nicht aus Waldenburg stammte. Der Rathauschef zeichnete den in der 860Kilometer entfernten nordfranzösischen Gemeinde Noyelles-les-Vermelles lebenden und sichtlich überraschten Jean Paul Copin aus. Mit der Bürgermedaille ehrte er dessen Engagement, welche die Städtepartnerschaft zwischen der Töpferstadt und der nordfranzösischen Gemeinde am Leben halte. Zehn Stunden war der Franzose eigens für den Neujahrsempfang angereist. "Ich habe meinen Vater Léon Copin, der Bürgermeister von Noyelles-les-Vermelles ist, und jedes Jahr zum Neujahrsempfang nach Waldenburg kommt, begleiten wollen. Mit der Auszeichnung habe ich absolut nicht gerechnet", sagte er. Auch Hilmar Reimann konnte sich am Freitag über die Auszeichnung freuen. Seit 10 Jahren organisiert er gemeinsam mit Jean Paul Copin - beide Männer verbindet eine tiefe Freundschaft - die jährlich stattfinden Kinderfreizeiten. "Schon im März werde ich wieder nach Frankreich reisen. Dann steht die Bürgermeisterwahl in Noyelles-les-Vermelles an. Als Delegierter der Stadt Waldenburg werde ich der Wahl beiwohnen", sagte der 59-jährige Waldenburger.

Die dritte Auszeichnung ging an Arnd-Rüdiger Grimmer aus Berlin. Der 1939 in Waldenburg geborene und promovierte Chemiker engagiert sich seit 15 Jahren im Waldenburger Geschichtsverein. Grimmer befasst sich seit seiner Jugendzeit intensiv mit der Geschichte der Region und gilt als Kenner des Schönburgischen Fürstengeschlechts. Besonders beschäftigt sich der Regionalhistoriker mit dem Leben und Wirken des Fürsten Otto Viktor I. von Schönburg-Waldenburg. Den Kontakt zu Waldenburg habe er nie verloren. Bis zu zehn Mal im Jahr besuche ich die Töpferstadt", so der 80-Jährige, der an einer Biografie über den Fürsten schreibt.

In seiner Neujahrsansprache warf Rathauschef Pohlers einen Blick zurück auf das Jahr 2019, welches, ganz im Zeichen der 50-jährigen Städtepartnerschaft mit der Gemeinde Noyelles-les-Vermelles stand. "Vor 50 Jahren im Oktober 1969 wurde erstmals die Partnerschaft zwischen der französischen Gemeinde und der Stadt Waldenburg per Urkunde vereinbart. Wir sind stolz, dass noch heute die Verbindung zwischen Noyelles-les-Vermelles und der Töpferstadt besteht", sagte Pohlers. Zudem hob er die Übernahme des Freibades hervor. "Nach 14 Jahren hat sich die Stadt entschieden, dass Sommerbad mit der zugehörigen Sauna wieder selbst zu betreiben, um es für die Bevölkerung dauerhaft zu erhalten. Das war ein Kraftakt und mit vielen Risiken behaftet", sagte er. Zudem sprach der Rathauschef über zukünftige Investitionen, wie die Anschaffung neuer Helme für die Freiwillige Feuerwehr.

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