Einstiger Glauchauer in Dokumentarfilm zu sehen

Ein Dortmunder Student hat eine Doku über zwei Flüchtlinge gedreht. Einer davon wohnte vor drei Jahren in Glauchau. Nun läuft der Streifen im Clubkino.

Glauchau/Dortmund.

Esmail Khlef wäre dieses Wochenende gerne wieder nach Glauchau gekommen, in den Ort, wo er vor über drei Jahren schon einmal gelebt hat. Anfang 2015 wurde er nach der Flucht aus Syrien in der hiesigen Asylunterkunft untergebracht. Später ging er nach Dortmund, wo er inzwischen eine Ausbildung absolviert.

Zumindest auf der Leinwand des Glauchauer Clubkinos wird Khlef am Samstagabend zu sehen sein. Er selbst schaffe es zeitlich nicht. Im Kino wird der Film "Hier" gezeigt, ein 50-minütige Doku, in der Khlef und sein Landsmann Manar im Mittelpunkt stehen. Über weite Strecken des Films erzählen sie ausführlich über ihr Leben in Syrien, die Flucht, die Ankunft in Deutschland, aber auch ihre Sicht auf das Land, in dem sie nun leben.

Regisseur des Films ist Jan Lukas Winter, "Hier" ist die Abschlussarbeit seines Journalistik-Studiums in Dortmund. "Ich wollte mich mit dem Thema beschäftigen und habe mich zunächst ohne Kamera und Diktiergerät mit verschiedenen Flüchtlingen getroffen und unterhalten", so Winter. "Bei Esmail und Manar hat sich dann herauskristallisiert, dass sie bereit waren, vor der Kamera zu sprechen." Bevor die jedoch eingeschaltet wurde, habe man sich über drei Monate getroffen und ausgetauscht. "Erst danach kam es zu den eigentlichen Dreharbeiten. Da hatte ich schon einen guten Überblick auf das Erzählte", sagt Winter.

Dass der Film in Glauchau aufgeführt wird, ist auch Julia Stein zu verdanken. Die Stadträtin (Linke) war 2015 in der Flüchtlingshilfe engagiert und lernte damals Esmail Khlef kennen. "Er war ein lustiger und kommunikativer Typ", sagt sie. "Nachdem er ging, sind wir in Kontakt geblieben." Von dem Filmprojekt hat sie via Facebook erfahren - und im Clubkino nachgehakt, ob der Film nicht auch in Glauchau gezeigt werden kann. Am Samstagabend ist es nun soweit. Bemerkenswert: Die beiden Protagonisten erzählen konsequent auf Deutsch. "Dadurch bekommt man nochmal einen anderen Eindruck davon, was ihnen zugestoßen ist", so Jan Lukas Winter.

Der Regisseur kommt am Samstag extra nach Glauchau. Es ist erst die zweite Aufführung nach der Premiere in Dortmund Ende November. Weitere Kinos haben Interesse bekundet, so Winter. Im Anschluss an den Film können Besucher mit ihm, Patrick Irmer vom Kulturbüro Sachsen, dem ehrenamtlichen Helfer Udo Friedrich aus Meerane sowie einem Syrer ins Gespräch kommen. Der Eintritt ist frei.

Die Veranstaltung beginnt heute um 20 Ur im Clubkino

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