Eishockey-Fans helfen in schwieriger Zeit

Nach einer Krebserkrankung steht ein achtjähriger Junge wieder auf dem Eis. Die Angst vor einem Rückfall aber bleibt.

Crimmitschau/Glauchau.

Max Groß aus Ponitz kehrt nach einer schweren Leukämie-Erkrankung langsam in ein normales Leben zurück: Der Achtjährige lernt wieder an der Internationalen Grundschule in Glauchau und schnürt sich im Kunsteisstadion im Sahnpark in Crimmitschau die Schlittschuhe. In der letzten Woche ging es - erstmals nach elf Monaten - wieder zum Frisör. "Danach war Max stolz wie Bolle", sagt seine Mutti Kathrin Groß.

Hinter der Familie liegt eine lange Leidenszeit. Die Eltern haben die Diagnose, dass ihr Kind an Leukämie erkrankt ist, zu Jahresbeginn erhalten. Max leider an einer seltenen Form der Krankheit mit einer Überlebenschance von 25 Prozent. Der Junge wurde von Januar bis August im Universitätsklinikum in Jena behandelt, musste sich einer Chemotherapie unterziehen.


Die Unterstützung aus der Eishockey-Familie hat Max, der selbst zur Bambini-Mannschaft des ETC Crimmitschau gehört, viel Kraft gegeben - vor allem an ganz schlechten Tagen. "Manchmal lag er 24 Stunden im Bett. Wir mussten ihn zur Toilette tragen", erinnert sich Kathrin Groß. In diesen Momenten sorgten Postkarten, E-Mails und Videos von Eishockey-Anhängern für Ablenkung. Sie trafen nicht nur aus Crimmitschau und Umgebung ein. Vereine aus ganz Deutschland starteten Aktionen. Auch aus Kanada und Großbritannien kam Post. "Die mentale Unterstützung war ganz wichtig. Ansonsten hätten wir die Phase nicht überstanden", sagt Kathrin Groß. Briefe und Chemotherapie-Andenken füllen zwei Kartons.

Die Eishockey-Fans initiierten eine Spendenaktion. Dabei kamen mehr als 14.000 Euro zusammen. Die Vertreter der Faninitiative "Crimmitschauer Eishockey" (kurz: Fan-Ice) haben den Spendenscheck am Freitagabend vor dem Heimspiel an die Familie übergeben. Ein Teil des Geldes wurde bereits in den vergangenen Monaten benötigt. Etliche therapiebegleitende Maßnahmen, die Nebenwirkungen der Chemotherapie reduzieren, übernimmt die Krankenkasse nicht. Zudem musste ein spezieller Pflasterlöser bezahlt werden. Da stets ein Elternteil bei Max war, stand der Familie nur ein Einkommen zur Verfügung. "Das Geld, was aus der Spendenaktion übrig bleibt, sparen wir für Max. Damit können wir ihm später einen Wunsch erfüllen", sagt Kathrin Groß, die im Sommer zudem Sohn Hugo zur Welt gebracht hat - einen Tag nach dem Geburtstag von Max.

Trotz der positiven Nachrichten ist die Verunsicherung noch zu spüren. Max bekommt bis 2019 eine Erhaltungstherapie. Ein Arzt kontrolliert wöchentlich die Blutwerte. Donnerstag wird das Blut genommen. Freitags liegen die Ergebnisse vor. "Die Angst, dass es einen Rückfall gibt, ist immer da", sagt Kathrin Groß, die keine Chance ungenutzt lässt, um auf die Bedeutung von Blutspenden hinzuweisen.

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