Erste Bestattung vor 150 Jahren

Die Kirchgemeinde Glauchau möchte das runde Bestehen des Friedhofes mit einer Gedenkwoche begehen. Es wird nicht nur die Historie näher gebracht, sondern auch Raum geboten, über Sterben und Trauer nachzudenken.

Glauchau.

Am 3. Juni 1869 fand auf dem Glauchauer Friedhof in der Lichtensteiner Straße die erste Bestattung statt. 150 Jahre später soll in einer Jubiläumswoche etwas Licht in die bewegte Chronik der Begräbnisstätte gebracht werden.

In einem Eröffnungsvortrag wird der Glauchauer Hobbyhistoriker Peter Dittmann am 16. November auf kuriose und bis dato unbekannte Episoden der Begräbniskultur eingehen. Beispielsweise weiß der 63-Jährige zu berichten, dass der neue Glauchauer Friedhof aus der Not entstanden ist. "Zwischen 1556 und 1869 gab es eine Begräbnisstätte auf dem heutigen Schillerplatz. Doch dort war, mit Beginn der Gründerzeit, einfach kein Platz mehr. Die hohe Anzahl von 964 Bestattungen im Pestjahr 1633 wurde zwar nicht wieder erreicht, aber trotzdem wurde der zur Verfügung stehende Platz immer knapper. Die Stadt brauchte einen neuen Friedhof", sagt Dittmann.

Die aufwendige Recherche beschäftigt den 63-Jährigen bereits seit Juli. Nicht nur im Stadtarchiv ist der Glauchauer auf Spurensuche gegangen, sondern auch im Kreis- und Kirchenarchiv. "Friedhofsgeschichte kann spannend sein. Der Friedhof stellt einen Teil der Vergangenheit Glauchaus dar und der Historie der Kirche sowie ihres Handelns an Verstorbenen", so Dittmann.

Doch im Rahmen der Gedenkwoche soll nicht nur der Geschichte des - in den letzten 15 Jahren aufwendig sanierten - Friedhofes nachgegangen, sondern andererseits auch Raum geboten werden, über Sterben, Tod und Trauer nachzudenken. "Die Vergänglichkeit wird in unserem Alltag oft verdrängt. Die Jubiläum soll die Möglichkeit bieten, sich auf vielfältige Weise mit diesen Themen auseinandersetzen und selbst Antworten zu finden", sagt Pfarrer Matthias Große, der die Gedenkwoche geplant hat. Ein Programmpunkt ist der Vortrag "Tod, wo ist dein Stachel" von Peter Zimmerling. Darin wird der Leipziger Professor für Praktische Theologie auf die Trauerkultur im Wandel eingehen. Zwei Tage später können Interessierte mit dem Christlichen Hospizdienst "Lebensspur" in einem Gesprächsabend dem Thema "Leben gestalten bis zuletzt" nachgehen. Am Freitagabend werden geistliche und weltliche Texte über Abschied, Trauer und Hoffnung von der Trauerrednerin Marion Guse und Pfarrer Große zu Gehör gebracht und durch Musik von Knut Kielmann verbunden.

Darüber hinaus ist es ein Anliegen von Pfarrer Große, den Friedhof während der Festwoche nicht nur als reine Begräbnisstätte, sondern vielmehr als Ort erlebbar zu machen. In diesem Rahmen können Besucher von Sonnenuntergang an Führungen über das illuminierte Friedhofsgelände teilnehmen. Unter anderem werde auch das neugestaltete Grabfeld präsentiert.

Der Vortrag am 19.11. beginnt 19.30 Uhr. Der Gesprächsabend findet am 21. November ab 19.30Uhr am Kirchplatz 7 statt.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...