Existenz Zwickaus als Abschrift

Mit dem Kopialbuch, dem Bürgerlehen und dem Brevatrium Numburgense zeigen die Priesterhäuser wertvolle Dokumente.

Zwickau.

Die Sonderausstellung "Geschichte und Geschichten - 900 Jahre Zwickau" neigt sich dem Ende entgegen. Noch bis zum 21. Oktober wird die Stadtgeschichte in den Priesterhäusern aus einem ganz besonderen Blickwinkel zu sehen sein. Am Dienstag werden in der Schatzkammer zum letzten Mal die Exponate getauscht.

Mit dem Kopialbuch mit der Abschrift der Ersterwähnung von Zwickau 1118 aus dem 15. Jahrhundert wird eines der wichtigsten Dokumente für die Zwickauer Stadtgeschichte gezeigt. Das Original der Ersterwähnung existiert nicht mehr. Das Dokument wird normalerweise im Stadtarchiv verwahrt. Kopialbücher enthalten Abschriften von Urkunden. Sie wurden angelegt, um schnell auf die Informationen der Originale zugreifen zu können. Die Originalurkunden wurden gesondert aufbewahrt.

Ebenfalls aus dem Stadtarchiv stammt das "Bürgerlehen". In dieser Urkunde, einem Pergament mit Wachssiegel, vom 3. Mai 1316 bestätigt der Meißnische Markgraf Friedrich der Gebissene die Bergbaurechte der Stadt Zwickau am "Hohen Forst". Dies ist der erste Nachweis über bergbauliche Tätigkeit in der Zwickauer Region.

Das Brevatrium Numburgense, als drittes wertvolles Ausstellungsstück, stammt von 1487 aus Nürnberg. Dieses Buch wurde im Auftrag des Naumburger Bischofs Dietrich von Schönberg herausgegeben und enthält die Stundengebete der katholischen Kirche. Es ist aus dem Nachlass Stephan Roths, des Zwickauer "Stadtschreibers", der von 1492 bis 1546 lebte. Sein gesamter schriftlicher Nachlass und seine Bibliothek werden in der Ratsschulbibliothek Zwickau aufbewahrt. Die Zeugnisse seiner Stadtschreibertätigkeit finden sich in großer Fülle im Stadtarchiv Zwickau. Aus konservatorischen Gründen können diese drei wichtigen, aber auch sehr empfindlichen Papierdokumente nur zeitweise ausgestellt werden.

Zum Abschluss der Ausstellung zum Jubiläumsjahr bieten die Priesterhäuser noch fünf Sonderveranstaltungen an, die sich speziell an die Mädchen und Jungen richten. Die öffentliche Führung mit der Vorstellung des Objekts des Monats - Eine Pulverflasche (10. Oktober) - oder die Führung "Schätze aus der Waffenkammer" (13. Oktober) richten sich altersübergreifend an Interessenten. Die genauen Termine sind den Internetseiten der Priesterhäuser zu entnehmen. Es wird um eine Voranmeldung gebeten.

Schon die Priesterhäuser selbst sind geschichtsträchtig: Ihre Entstehung reicht nachweislich bis in das 13. Jahrhundert zurück, bereits 1466 bestanden sie in ihrer heutigen Grundstruktur. Die Priesterhäuser sind somit das älteste erhaltene Wohnbauensemble Sachsens und eines der ältesten Deutschlands. Als stadt- und kulturgeschichtliches Museum bieten sie seit 2003 einen abwechslungsreichen Überblick über die Geschichte Zwickaus. www.priesterhaeuser.de

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