Explosion: Tatverdächtiger sitzt in U-Haft

Nach nur wenigen Tagen ist der Fall offenbar klar. Ein ehemaliger Bewohner des Hauses an der Hermannstraße soll drei Gaskartuschen hochgehen lassen haben. Das gab es in Glauchau schon einmal.

Glauchau.

Die Explosion im Keller eines Mehrfamilienhauses an der Herrmannstraße in Glauchau scheint aufgeklärt. Am Mittwochnachmittag hat der Haftrichter am Amtsgericht Zwickau gegen einen 43-jährigen Mann Untersuchungshaft angeordnet. Er soll für den Vorfall am Sonntagmorgen verantwortlich sein und wird verdächtigt, drei Camping-Gaskartuschen zur Explosion gebracht zu haben, wie die Polizei mitteilt. Die Fensterscheiben zerbarsten, Trümmerteile flogen durch die Luft, die Nachbarn wurden aus dem Schlaf gerissen. Jedoch nicht alle. Dennoch gab es Zeugen.

Der Tatverdächtige war laut Polizeiangaben ein ehemaliger Bewohner des Hauses und wurde unmittelbar vor den Explosionen am Sonntagfrüh gesehen, wie er den Ort des Geschehens verlassen hatte. Seitdem wurde nach ihm gefahndet. Am Dienstagabend ist er bei einer Kontrolle der Bundespolizei auf dem Bahnhof im bayerischen Hof angetroffen und vorläufig festgenommen worden.

Durch die Explosionen kam es im Kellerbereich zu einem Brand. Die Feuerwehr konnte ihn schnell kontrollieren und schließlich löschen. Die Kriminalpolizei begann mit der Spurensicherung. Die beiden noch im Haus wohnenden Frauen, 77 und 91 Jahre alt, wurden von den Polizisten aus dem Haus gebracht. Sie wurden vorsorglich ärztlich untersucht. Beide blieben glücklicherweise unverletzt und konnten noch am Sonntag in ihre Wohnungen zurück.

Es war allerdings nicht das erste Mal, dass in Glauchau eine Explosion in einem Wohnhaus bewusst herbeigeführt wurde. Im Jahr 2013 gab es einen ähnlichen Fall. Ein Hausbewohner an der Chemnitzer Straße hatte damals fünf Gaskartuschen in den Ofen eines Küchenherdes gestellt, den Herd angestellt und das Haus verlassen. Eine Kartusche explodierte, dabei öffnete sich glücklicherweise die Ofentür, sodass die Luft abkühlen konnte und es zu keinen weiteren Explosionen kam. Die Bewohner bekamen andere Wohnungen, das Wohnhaus ist inzwischen abgerissen. Der Täter, ein damals 38-Jähriger, wurde zu drei Jahren Haft verurteilt.

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