Feuer auf DVD

Sch(m)erzhaft: Was die Region die Woche bewegte

Wenn Sie privat dieses Jahr ein Hexenfeuer entzünden wollen, müssen Sie verschärfte Bedingungen erfüllen. Es muss so aussehen, als sei das eine öffentliche Veranstaltung. Das Brauchtum muss erkennbar sein, am besten, Sie haben eine Hexe dabei, wer immer das auch sein mag. Sie dürfen nur unbehandeltes Holz verbrennen, keine Spanplatten und keinen Abfall. Und Sie dürfen das Brauchtumsfeuer nicht dafür missbrauchen, um Gartenabfälle thermisch verschwinden zu lassen. Unsere Mitmenschen in der Behörde haben diese Woche angekündigt, gerichtliniert und genau zu kontrollieren. Man sieht schon die ersten Entnervten im Elektronik-Markt vor dem DVD-Regal stehen und gucken, was als Alternative so ein Kaminfeuer kostet.

Apropos Film und Kosten. Für über den Daumen gepeilt 1,3 Millionen Euro hatte die Stadt Glauchau das alte Arbeitsamt an der Hoffnung einst gekauft, jetzt will sie es an einen Investor verkaufen, der dort Einzelhandel etablieren soll. Verkehrswert: 790.000 Euro. Wenn die Stadt auch nur annähernd das herausbekommt, was sie einst ausgegeben hat, wäre dies eine filmreife Leistung.

Torsten Kleditzsch

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Weniger geeignet für den Erfolgs-Film dürfte die Bewertung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) hinsichtlich der Radfahrerfreundlichkeit der Stadt sein. Glauchau ist sachsenweit von 18 vergleichbaren Städten auf Platz 16 gelandet. Schulnote 4,2. Und da wir ja grundsätzlich optimistisch sind, gehen wir davon aus, dass sich die Bedingungen für die Radfahrer in Glauchau künftig verbessern werden. Möglicherweise kommt es noch so weit, dass die Mitarbeiter des Ordnungsamtes irgendwann mit dem Fahrrad zur Kontrolle der Hexenfeuer kommen.

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