Fraktionsgemeinschaft foppt Freie Wähler

Die CDU und das Meeraner Bündnis ziehen im Stadtrat an einem Strang. Dadurch geben sie auch den Ton in Ausschüssen und Aufsichtsräten an.

Meerane.

Es war die Überraschung schlechthin: CDU und Meeraner Bündnis bilden eine Fraktionsgemeinschaft (FG) und bringen es damit auf insgesamt acht Stadträte. Damit sind die gefoppten Freien Wähler, die es mit 5648 Stimmen zu den Kommunalwahlen am 26. Mai von bisher fünf auf sieben Sitze schafften, nur noch zweitstärkste Fraktion im Stadtrat. Daher verwundert es wenig, dass die FG und Freien Wähler während der konstituierenden Sitzung am Dienstag die meisten Vertreter in die Ausschüsse und Aufsichtsräte entsendeten. Den ersten Stellvertreter des Bürgermeisters stellen die Freien Wähler mit Matthias Ulbricht, gefolgt von Bernd Heinz Ebert (CDU) und Jörg Sommer (Meeraner Bündnis).

"Ich gehe fest davon aus, dass die Stadträte wie bisher auf Sachpolitik im Interesse der Einwohner setzen und parteipolitisches Gerangel außen vor lassen", sagte Rathauschef Lothar Ungerer (parteilos) nach der konstituierenden Sitzung, deren Regularien wie die Verpflichtung der Stadträte um 20.41 Uhr und damit nach gut 140 Minuten abgearbeitet waren. In dem Zusammenhang freute sich Ungerer, dass sich die Anzahl der Frauen verdoppelte - von zwei auf vier. Und dennoch müsse er sich noch an einen Teil der Gesichter gewöhnen, immerhin sei fast die Hälfte der Stadträte neu. "Es hat ein Generationswechsel stattgefunden", so der Bürgermeister. Zwar wurden die Karten im Meeraner Stadtrat neu gemischt, gleichwohl aber hätten die Freien Wähler, CDU und das Meeraner Bündnis ihre Führung gefestigt beziehungsweise gesichert.


Schließlich einigten sich die neuen Stadträte darauf, eingehende Petitionen wie bisher in den Verwaltungsausschuss zu verweisen. Zu dem Prozedere hatte der alte Stadtrat bereits am 3. März 2015 den erforderlichen Beschluss gefasst. Damit nicht genug: Für Heiterkeit sorgte Ungerers Empfehlung, den Beirat für geheimzuhaltende Angelegenheiten aufzulösen. "Der hat nicht einmal getagt", sagte der 65-Jährige. Dem konnten die Stadträte beipflichten. Im letzten Teil schwor Ungerer den Stadtrat auf Herausforderungen wie Struktur- und Demografiewandel ein. "Innerhalb von sechs Jahren haben wir 1000 Einwohner verloren", sagte er. So geht er davon aus, dass Meerane von derzeit 14.345 auf 12.000 Einwohner im Jahr 2030 schrumpft. Da helfe wenig, dass immer mehr Leute zum Arbeiten in die Stadt pendeln. Er rechnet Mitte 2020 in Meerane mit 4000 Jobs in der Zulieferindustrie für die E-Mobilität.

 


Der Bürgermeister

Lothar Ungerer (Jahrgang 1954) ist seit 2001 Bürgermeister in der westsächsischen Stadt Meerane. Der Professor und Diplom-Verwaltungswirt trat bisher zu Wahlen als Einzelbewerber an. Aufgrund seines Alters stellt sich Ungerer nicht noch einmal zur Wahl. Seine dritte Wahlperiode endet am 31. Juli 2022. Bis dahin hat er sich aber noch viel vorgenommen. Neben der Ansiedlung von Firmen im Gewerbegebiet Meerane-Crimmitschau und den damit verbundenen Erschließungsarbeiten für die neue S 288 arbeitet der 65-Jährige daran, Meerane zu einer schuldenfreien Kommune zu machen. (jwa)

 


Freie Wähler

 


CDU

 


Meeraner Bündnis

 


AfD

 


Die Linke

 


FDP

 


NPD

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