Fritz-Brumm-Block: Vermieter arbeitet an Maßnahmenkatalog

Zwar kann die Städtische Wohnungsbaugesellschaft in Meerane keine großen Sprünge machen, Sanierungsprojekte werden aber dennoch angeschoben.

Meerane.

Eines stand für Marko Würker von Anfang an fest: "Den Fritz-Brumm-Block im südöstlichen Teil der Stadt werden wir weiter aufwerten. Der unter Denkmalschutz stehende Gebäudekomplex soll wieder ein echter Hingucker werden", sagt der Chef der Städtischen Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Meerane (SWVG), der zum 1.April die Geschäfte von Vorgänger Roland Hecht übernahm.

Würker spricht in diesem Zusammenhang von einem Großprojekt, das jedoch ohne Fördermittel nicht zu stemmen ist. Denn die SWVG hat wie andere Großvermieter in der Region nicht zuletzt wegen des anhaltenden Demografie-Wandels und dem einhergehenden Leerstand keine großen finanziellen Spielräume. "Leerstand kostet Geld", stellt er klar. Und trotzdem wollen der SWVG-Chef und sein Team solche Projekte wie den Fritz-Brumm-Block anschieben. "Unser Ziel ist eine komplexe Instandsetzung", sagt der 51-Jährige. In den 1990er-Jahren wurden Dach, Fenster und Türen erneuert, zudem in Heizung, Sanitär und Elektrik investiert. Der Innenausbau erfolgte in den Folgejahren. Derweil wurde auch die Verschönerung der Treppenhäuser angegangen. "Nun müssen wir den Gebäudekomplex nochmals im Ganzen betrachten, die heutigen Bedingungen einfließen lassen - von energetischer Sanierung bis zu altersgerechten Lösungen und Grundrissgestaltungen für junge Familien", sagt Würker. "Entscheidend für Start und Umfang der Baumaßnahmen ist letztlich aber eine gesicherte Finanzierung."


Anders sieht das beim geplanten Abriss der Blöcke Remser Weg 6 bis 12 und 14 bis 20 aus. "Hierfür liegen die Förderbescheide bereits vor", so der Geschäftsführer. Seiner Darstellung zufolge haben viele betroffene Mieter ein von der SWVG unterbreitetes Wohnungsangebot angenommen. So sei ein Teil bereits in eine sanierte Wohnung des kommunalen Großvermieters umgezogen oder bereite das gerade vor. Laut Würker beginnen gegenwärtig die Voruntersuchungen für das Abrissprojekt, das Angebotsverfahren wird zudem vorbereitet. Nach den bisherigen Planungen könnten die Bagger im ersten Quartal 2020 anrücken.

In dem Zusammenhang betont Würker, dass der Ausbau der Quartiere eng mit der Entwicklung der Stadt verbunden ist. Nicht nur weniger Einwohner und eine älter werdende Gesellschaft müssten berücksichtigt werden. Auch die Bedürfnisse junger Familien rücken in den Fokus. Sein Fazit: "Wir müssen uns diesen Bedingungen anpassen." So hat die SWVG aktuell 1595 Wohnungen im Bestand - mit einem Leerstand von etwa 25 Prozent. "Weitere Rückbauprojekte kann ich somit mittelfristig nicht ausschließen." Gleichzeitig signalisiert die SWVG, je nach Wunsch, finanziellem Spielraum und baulichen Möglichkeiten, weiteren altersgerechten und barrierearmen Wohnraum zu schaffen. Zum Beispiel durch den Einbau einer Dusche anstelle einer Wanne.

Zudem wird nicht daran gerüttelt, weiter "sozialverträglichen und somit bezahlbaren Wohnraum" bereitzustellen. Dafür gibt's Rückendeckung vom Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft. So hat das Meinungsforschungsunternehmen Civey im Auftrag des Verbandes herausgefunden, dass die Deutschen dem Mietmodell näherstehen als dem von Wohneigentum. So wünschen sich dreimal mehr Leute eine Förderung von günstigen Wohnungen als die Förderung von Wohneigentum. "In Sachsen sind es diesbezüglich fast viermal so viele Leute", so der Verbandssprecher.

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