Für Modernisierungen gibt es nur noch 25 Prozent

Die finanzielle Förderung für Private in den Sanierungsgebieten ist neu geregelt worden. Die geänderten Tatbestände stoßen vor Ort auf Kritik.

Glauchau/Waldenburg.

Auf Privateigentümer, die Häuser in einem Fördergebiet haben und sanieren wollen, kommen einige Änderungen zu. Darauf macht die Stadt Glauchau aufmerksam. Denn mit der neuen Richtlinie über die Förderung der Städtebaulichen Erneuerung im Freistaat Sachsen ist die finanzielle Unterstützung privater Vorhaben geändert worden.

Wie die Stadt Glauchau weiter mitteilt, bemisst sich die Höhe der finanziellen Zuwendung neuerdings grundsätzlich nach einer sogenannten Kostenerstattungsberechnung. Dabei werden alle Kosten und die möglichen Einnahmen betrachtet. Dies gelte aber nur für komplexe Sanierungsvorhaben, das heißt, wenn ein marodes Haus von Grund auf saniert werden soll. Bei Teilmaßnahmen, wie zum Beispiel der Modernisierung von Dach oder Fassade hat sich die Förderhöhe verringert. Lag zum Beispiel in Fördergebieten "Städtebauliche Erneuerung" die Höhe der Zuwendung für Dach und Fassade bei zwei Dritteln, gelten nun nur noch 25 Prozent. Auf Glauchau bezogen heißt das, dass es diese 25 Prozent nur dann gibt, wenn sich das Gebäude in einem der Fördergebiete "Stadtkern - Lange Vorstadt", "Scherberg - nördliche Innenstadt" oder "Soziale Stadt" befinden und mit dem Bau noch nicht begonnen wurde. Das Fördergebiet "Soziale Stadt" im Wehrdigt gilt überdies nur noch bis Ende 2019.

Doch Glauchau ist nicht die einzige Stadt in der Region, die Fördergebiete aufweist. Auch in Waldenburg zum Beispiel sind die neuen Fördermodalitäten im Gebiet "Städtebaulicher Denkmalschutz" von Bedeutung. Der Waldenburger Stadtrat hatte sich jüngst mit der neuen Förderrichtlinie des Freistaates Sachsen befasst und ihr zähneknirschend zugestimmt. In der Diskussion schälten sich zwei Kritikpunkte heraus. Erstens: Attraktive Förderung gibt es nur noch für komplexe Sanierungsmaßnahmen. Die wenigsten Hauseigentümer werden sich dies leisten können, sagt Waldenburgs Bürgermeister Bernd Pohlers (Freie Wähler), der schon seit den 1990er-Jahren mit Stadtbauförderung befasst ist. Kritikpunkt Nummer zwei betrifft die geringere Förderung für Modernisierungen an Dach und Fassade von 25 Prozent. Das sei viel zu wenig und nicht mehr attraktiv. Stadtrat Jörg Götze (Freie Wähler) zeigt sich verärgert: "Manchmal fragt man sich, warum man noch hier im Stadtrat sitzt, wenn man so etwas beschließen muss, nach dem Motto: friss oder stirb." Den Stadträten sei sämtlicher Entscheidungsspielraum genommen worden.

Die neue Richtlinie über die Stadtbauförderung im Freistaat Sachsen hat das Innenministerium ausgearbeitet. Sie trat Mitte August dieses Jahres in Kraft.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...