Gäste trotzen Wind und Regen

Weihnachtsmärkte ohne Schnee sind nichts Ungewöhnliches in Zwickau. Doch diesmal regnet und stürmt es besonders viel. Schlägt sich das auf den Zuspruch nieder?

Zwickau.

Wer bummelt schon über den Weihnachtsmarkt, wenn der Wind ins Gesicht bläst und die Kleidung langsam vom Regen durchweicht wird? Seit der Eröffnung des Weihnachtsmarktes vor gut zwei Wochen herrscht gefühlt Dauerregen. Fast jeder Tag war begleitet von Schauern. Trotzdem sind Veranstalter und etliche Händler zur Halbzeit ganz zufrieden.

Menschenleer war der Weihnachtsmarkt bisher trotz des mäßigen Wetters noch nicht. Und die Händler wollen nicht klagen. "Vormittags ist der Kundenstrom meist noch verhalten, aber ab 16Uhr kommen immer mehr Leute hierher", hat Monique Greiner, die in der Glühweinapotheke von BJ Eventcatering Zwickau im Domhof arbeitet, beobachtet. "Manchmal bilden sich richtige Schlangen. Die Leute sind gut drauf. Und viele Kunden loben unser Ambiente. Unser Renner ist der Vugelbeer-Punsch."

Ulla Jahnsmüller von der gleichnamigen Bäckerei aus Kottengrün hatte am Dienstag trotz des nasskalten Wetters schon vormittags gut zu tun mit Krapfenbacken. An ihrer Bude mussten die Kunden anstehen. "Wir profitieren von den vielen Stammkunden, die unseren Stollen und die anderen Sachen lieben. Und wir haben die Preise zum Vorjahr nicht erhöht", sagte sie.

Bodo Wünsch von der erzgebirgischen Volkskunst Poller aus Raschau-Markersbach ärgert sich zwar über das Wetter, freut sich aber, dass er trotzdem viele Kunden hat und dass diese bewusst erzgebirgische Volkskunst kaufen. Gisela Träger aus Mülsen, die Weihnachtsdeko und Geschenke anbietet, schätzte ein, dass sie bei Sonne und Schnee mehr verkauft. "Aber für das schlechte Wetter sind erstaunlich viele Leute hier", sagte sie. Susann Schwarz aus Zwickau, die handgemachten Schmuck aus Holz im Domhof anbietet, hätte sich schon besseres Wetter gewünscht. "Da bleiben die Leute länger stehen und schauen, kaufen dann vielleicht mehr. Aber ich habe hier viele nette Begegnungen", sagte sie. Über mehr Kunden vor allem vor 16 Uhr würde sich Petra Röper freuen, die auf dem Kornmarkt Holzkunst aus dem polnischen Rübezahlland verkauft.

Zu den Besuchern, die sich am Dienstag vom Regen nicht abschrecken ließen, gehörten Gunnar und Brigitte Meyer aus Bad Klosterlausnitz. "Wir kommen jedes Jahr nach Zwickau, weil uns hier die typisch erzgebirgische Atmosphäre so gut gefällt." Silvia Barth aus Silberstraße, die gut beschirmt mit Mann und Freunden über den Markt bummelte, erzählte, dass sie ihn bei jedem Wetter schön findet.

Marktchef Matthias Rose von der Kultour Z. ist nicht glücklich über den Dauerregen, freut sich aber, dass der Zwickauer Weihnachtsmarkt trotzdem so gut angenommen wird. "Der Besuch gehört inzwischen bei vielen Zwickauern, aber auch bei Menschen von außerhalb, zum Pflichtprogramm im Advent", sagte Rose.

Jörg Hempel von Krauß Event, dem Veranstalter der Zwickauer Schlossweihnacht, die stets an den drei Wochenendtagen öffnet, blickt zufrieden auf die erste Halbzeit. "Der neue gemütliche Teil im Schlossgraben wird gut angenommen. Und bei dem regnerischen Wetter zahlen sich die etwa 250überdachten Sitzmöglichkeiten aus", sagte Hempel.

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