Galerie wird zum bunten Hippodrom

Dynamik und Anmut vereinen die Pferde-Motive des Dennheritzers Tilmann Röhner. Sie sind jetzt in Meerane zu sehen.

Meerane/Dennheritz.

Wenn der Dennheritzer Künstler Tilmann Röhner über Pferde spricht, gerät er schnell ins Schwärmen. Da wundert es nicht, dass der 50-Jährige die Tiere in seiner Kunst vielseitig umsetzt und nun eine Auswahl von rund 40Malereien, Grafiken und Plastiken unter dem Titel "Hippomania" in Meeraner Kunsthaus am Markt in der Galerie "Art In" präsentiert.

"Ich war schon als Kind fasziniert. Wir wohnten damals in Glauchau an der Hoffnung, wo regelmäßig ein Pferdefuhrwerk unterwegs war", erzählt Tilmann Röhner. Die Stärke der Tiere faszinierte, zudem prägten sich Geräusche der auf die Pflasterstraßen schlagenden Hufe ein. Heute lebt Röhner, der zusammen mit seinem Bruder Jan die bis 1895 zurückreichende Tradition des Malerfachbetriebes Röhner in Glauchau fortführt, in Dennheritz. Pferde auf einem Gnadenhof oder die Tiere vom Reiterhof in Waldsachsen faszinieren ihn. Besondere Eindrücke hinterließ auch der Besuch bei der Pferdeshow "Apassionata" in Leipzig.

"Die Bilder zeigen meine ganz persönlichen Erinnerungen daran", sagt Röhner über Motive, die er nach diesem beeindruckenden Erlebnis malte. Das passiert normalerweise ohne vor Ort entstandene Skizzen oder Fotos, denn der Künstler will ja nicht die optische Realität, sondern seine ganz persönliche Wahrnehmung ausdrücken.

Trotz oder gerade wegen der Reduktion auf einfache Formen und Flächen in Verbindung mit kräftigen Farben schafft es Röhner, die dynamischen Bewegungen der Tiere darzustellen. "Der Begriff Pferdestärken kommt ja nicht von ungefähr. Pferde sind seit Jahrtausenden nicht nur Fortbewegungsmittel oder Helfer, sondern auch Statussymbole", betont Tilmann Röhner, der selbst allerdings noch nie geritten ist.

Drei Bilder, bei denen der Stil mehr in eine realistische Richtung geht, gehören ebenfalls zu der Ausstellung. Doch von dieser Art der Malerei hat sich der Künstler mittlerweile weitgehend abgewandt. "Jeder macht eine ganz persönliche Entwicklung durch. Ich mache diese Kunst für mich, so wie ich etwas sehe. Wenn es dann von anderen angenommen wird, ist es eine Ehre", erklärt er seinen ganz persönlichen Antrieb. Künstlerfreunde wie Siegfried Otto-Hüttengrund oder Peter Geist, die ihn genau auf diesem Weg bestärkt haben, seien deshalb wirklich wichtige Begleiter und Freunde geworden.

Seit 1993 ist Tilmann Röhner Mitglieder im Kunstverein "Art Gluchowe" in Glauchau. Zudem ist er Gründungsmitglied und regelmäßiger Teilnehmer des Holzbildhauer-Pleinairs in Göpfersdorf/Garbisdorf, bei dem sich Künstler jeweils im Frühsommer zum gemeinsamen Arbeiten und zum künstlerischen Austausch treffen.

Die Ausstellung "Hippomania" wird bis zum 12. Januar 2020 gezeigt. Die Galerie "Art In" ist von Dienstag bis Donnerstag und sonntags jeweils von 13 bis 18 Uhr geöffnet.

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