Galgenfrist für Grundschule verlängert

In seinem aktuellen Planentwurf sieht der Landkreis Zwickau die Glauchauer Erich-Weinert-Schule mittelfristig als gesichert an. Das kann für die Stadt erhebliche Konsequenzen haben.

Glauchau.

Für den Ortsvorsteher Uwe Wanitschka ist die Sanierung der Grundschule in Niederlungwitz eines der wichtigsten Vorhaben in seinem Ortsteil. "Davon ist auch der benachbarte Kindergarten betroffen", sagt der Ortsvorsteher. Und auch die Eltern und Lehrer der Lehngrundoberschule in Glauchau fordern bauliche Maßnahmen in ihrem Gebäude. Die Stadtratsfraktion der Linken setzte noch eins drauf und brachte im November im Stadtrat einen Antrag durch, nachdem sich die Stadt der Sanierung der Schule im Lehngrund zuwenden soll.

Doch jetzt wird sich die Stadt auch mit der Erich-Weinert-Grundschule beschäftigen müssen. Denn laut Entwurf des Schulnetzplanes im Landkreis Zwickau wird der Grundschule an der Glauchauer Schlachthofstraße mittelfristig der Bestand zugebilligt. Das ist neu. Bislang war immer von der Schließung der Schule die Rede. Nach dem Ende der Sanierung der Sachsenalleegrundschule soll laut Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 2009 wegen damals prognostizierter sinkender Schülerzahlen keine erste Klasse mehr in der Erich-Weinert-Schule aufgenommen werden. Doch das ist jetzt offenbar vom Tisch. "Die Erich-Weinert-Grundschule bleibt wohl mittelfristig am Netz", sagte Glauchaus Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos). Der Schließungsbeschluss des Stadtrats wird aller Voraussicht nach dann geändert, wenn hinsichtlich der Erich-Weinert-Schule im Schulnetzplan nichts mehr geändert wird und der Kreistag ihn beschlossen hat. Die Stadt Glauchau selbst hat in ihrer Stellungnahme dem Entwurf des Schulnetzplanes zugestimmt.

Angesichts des baulichen Zustands der Erich-Weinert Schule könnte dies Konsequenzen haben. Das Gebäude wurde im Jahr 1922 als Fabrik errichtet. Später, 1949, wurde es teilweise zur Schule umgebaut. Seit 1957 wird das gesamte Haus als Schule genutzt, bis zum heutigen Tag. Die Stadt Glauchau ist nun nach eigenen Angaben bestrebt, den "mittelfristigen Bestand der Erich-Weinert-Grundschule", der im Schulnetzplan verankert werden soll, baulich abzusichern. Im vergangenen Jahr seien beispielsweise das Dach notrepariert sowie Flure und Klassenzimmer auf Vordermann gebracht worden. Weitere Instandsetzungen seien 2020 vorgesehen. Finanzielle Auswirkungen auf die geplanten Baumaßnahmen in der Grundschule Niederlungwitz sowie für künftige Sanierungsvorhaben in der Lehngrundoberschule sind laut Stadt mit den neuen Fakten zur Erich-Weinert-Grundschule "gegenwärtig nicht verbunden".

Dennoch wird sich die Stadt ansehen müssen, welchen Bedarf es an Sanierung und Ausstattung der Erich-Weinert-Grundschule gibt. Möglicherweise hat dies Konsequenzen auf die mittelfristige Finanzplanung der Stadt. Und noch eine spannende Frage harrt der Antwort. Die CDU-Fraktion im Stadtrat hat, angesichts der stabilen Anzahl der Grundschüler in den letzten Jahren, im Juni einen Antrag eingebracht, nachdem die Stadt den Neubau einer Grundschule prüfen soll, weil die Sanierung der Erich-Weinert-Schule möglicherweise viel teurer als ein Neubau werden könnte. Der Antrag wurde damals mit knapper Mehrheit angenommen.

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