Geheime Orte laden am Sonntag zur Erkundung ein

Unter dem Motto "Entdecken, was uns verbindet" wird in diesem Jahr 25 Jahre Tag des offenen Denkmals gefeiert. Viele Denkmale öffnen ihre Türen. Auch solche, die man sonst nicht zu Gesicht bekommt. Ein Überblick.

Glauchau/Waldenburg/Meerane.

Im frühklassizistischen Badehaus Waldenburg beginnt um 14 Uhr zunächst der Rundgang, bevor um 15 Uhr das spätklassizistische Mausoleum im Mittelpunkt steht. Im Rahmen der beiden Führungen erwarten die Besucher spannende Geschichten über Liebe und Leid am Fürstenhof, Geheimnisse der Freimaurer und Rosenkreuzer sowie über düstere Zeiten der Geschichte. Gleichzeitig wird den Gästen Wissenswertes über die Architektur und Symbolik der Bauwerke sowie über ihre ursprüngliche Nutzung vermittelt. Beide Führungen beginnen vor dem Badehaus.

Für den "Bürgerverein - Wir im Wehrdigt" und das Stadtteilmanagement Unterstadt-Mulde ist das 25-jährige Bestehen des Denkmal-Tages Ansporn, der Öffentlichkeit etwas Besonderes zu bieten, teilt die Vorsitzende Jana Weber mit. In enger Zusammenarbeit mit Familie Peukert, die ihr Privatgrundstück zur Verfügung zu stellt, ist es möglich, an diesem Tag die "Felsenkeller" in der Mühlgrabenstraße 18 zu öffnen. Diese Keller wurden bis in die 1990er-Jahre von der Firma Fredo Müller als Produktions- und Lagerräume für die Herstellung und Lagerung unter anderem von solch legendären Getränken wie Vita Cola oder roter Limonade genutzt. Im Felsenkeller befindet sich ein Brunnen, an dessen Bau beziehungsweise Erhaltung die ehemalige Firma Gebauer aus der Färberstraße beteiligt war.

Besichtigen kann man den Felsenkeller inklusive Brunnen von 14 bis 18 Uhr, sagt Jana Weber. Die Organisatoren werden während dieser Öffnungszeit für das leibliche Wohl und die eine und andere kleine Überraschungen sorgen, heißt es weiter vom Verein. Die aus dem "Rotliegenden" gegrabenen Gänge hatten in der Geschichte Glauchaus verschiedene Funktionen, die bei der Besichtigung erläutert werden. In der Gegenwart werden die Gänge nicht mehr genutzt, sie sind aber gut gesichert. Der Eingang befindet sich gegenüber dem ehemaligen Stadtbad in der Mühlgrabenstraße.

In Niederlungwitz öffnet die Familie Krause ihre Papiermühle in der Mühlenstraße für zahlreiche Schaulustige. Die Papiermühle ist erstmals 1524 erwähnt worden, sie muss also schon vorher gebaut worden sein. Im Besitz der Familie Käferstein wurde dort bis 1868 handgeschöpftes Büttenpapier mit verschiedenen Wasserzeichen hergestellt. Seit dieser Zeit ist aus ihr eine Pappenfabrik geworden. Nach mehreren Eigentümerwechseln wurde sie bis 1986 mit Wasserkraft betrieben. Die Pappen wurden hauptsächlich zu Karten für die Steuerung von Jacquard-Webstühlen verwendet. Nach der Schließung der Mühle ist die Tochter des letzten Betreibers, Kathrin Krause, bemüht, die noch komplett vorhandene Mühle als technisches Denkmal zu erhalten. Ihre Tochter Emmeli hat die Mühlenführungen für Besucher übernommen. Es sind zahlreiche historische Maschinen zu sehen, von denen viele noch betrieben werden können.

In Meerane öffnen von 14 bis 17Uhr vier Einrichtungen ihre Türen. Im Alten Rathaus zeigt das Heimatmuseum die Ausstellung "90Jahre Stadthalle". Wer lieber das Original besichtigen möchte, kann auch das tun. Das Innenleben des "Karli-Hauses" kann ebenfalls am Denkmaltag erkundet werden. Zudem bietet sich die Gelegenheit, die Techniksammlung im neobarocken Postgebäude in Augenschein zu nehmen, die nur zu besonderen Anlässen zu sehen ist. Und im Kunsthaus können die laufenden Ausstellungen besucht werden. (dog/ael)

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