Gemeinderat in Schönberg: CDU hat auch künftig das Sagen

Der Rathauschef stellt während der konstituierende Sitzung eines klar: Sacharbeit statt Parteiengezänk. Die Kommune will den Einwohnerschwund bremsen, die Infrastruktur spürbar verbessern.

Schönberg.

Dass die CDU trotz eines Sitzverlustes auch weiterhin bestimmend ist, scheint im Schönberger Gemeinderat wenig zu interessieren. Neben den fünf Gemeinderäte hat auch Bürgermeister Dietmar Öhler (CDU) Stimmrecht. "Bei uns stehen die Inhalte im Vordergrund. Ich hoffe, dass das auch mit den neuen Gemeinderäten so bleibt", erklärte Öhler während der konstituierenden Sitzung am Montagabend.

Nicht nur das: Anke Tautz (CDU) ist weiterhin die einzige Frau in dem Gremium. Und auch Holger Böhme (Tettauer Dorf- und Heimatverein) bleibt Vize-Bürgermeister. Darauf hatten sich die Gemeinderäte nach ihrer Vereidigung durch Öhler geeinigt. "Wir halten damit an der Tradition fest, dass der Kandidat mit den meisten Stimmen diese Funktion ausüben soll", fügte der Bürgermeister an. Böhme hatte bei den Kommunalwahlen am 26. Mai immerhin 211 Stimmen (2014: 223 Stimmen) bekommen. Landwirt Jürgen Weber, der seit 1999 für die Christdemokraten im Gemeinderat sitzt, vertritt auch künftig die Kommune im Gemeinschaftsausschuss der Verwaltungsgemeinschaft Meerane-Schönberg. Denn der Haushaltsplan und die damit verbundenen Investitionen werden von der Stadt Meerane, die seit 1992 mit Schönberg eine Verwaltungsgemeinschaft bildet, erarbeitet. Dabei stützt sich die Stadtverwaltung auf die inhaltlichen Vorgaben, auf die sich wiederum die Schönberger vorab einigten.


Zwar hat es Öhler zufolge bei den anstehenden Entscheidungen bisher fast immer einen Konsens gegeben, gleichwohl gebe aber auch heftige Debatten. Das kann Gottfried Speck, der nach gut zehn Jahren seinen Hut genommen hat, nur bestätigen: "Ich hab' mich im Gemeinderat wohlgefühlt. Man kann schon von freundschaftlichen Verhältnissen sprechen", blickte Speck zurück. "Wenn es zum Beispiel um Vorhaben zum Umwelt- und Naturschutz ging, konnte es während der Sitzungen schon mal etwas lauter werden." In dem Zusammenhang stellte aber Rathauschef Öhler klar: "Es hat seit 1990 nicht eine Sitzung gegeben, die von einem Gemeinderat wutentbrannt verlassen wurde." Dass das so bleibt, darauf hofft ebenso Marcel Landgraf (Tettauer Dorf- und Heimatverein), der als Neuer im Gremium mitmischen will. "Mir ist wichtig, dass sich der Gemeinderat verjüngt", so der 35-jährige Berufsfeuerwehrmann. Außerdem sei ihm sehr wichtig, dass auch die Belange und Wünsche der jungen Menschen in den Ortsteilen Gehör finden.

Nicht zuletzt schwor der ehrenamtliche Bürgermeister die Gemeinderäte auf die bevorstehenden Herausforderungen ein. "Der Demografie-Wandel wird uns weiter beschäftigen. Auch wir verlieren Einwohner, zum Glück aber nicht so extrem wie andere Regionen", so Öhler. Neben dem Ausbau der Hauptstraße, der in Regie des Kreises erfolgt, will die Gemeinde die Erneuerung des Dorfplatzes und Kita-Außengeländes anschieben. Dass sich die CDU-Landtagsabgeordnete Ines Springer unter die Gäste mischte, kommt nicht von ungefähr. "Ich will die Gemeinderäte kennenlernen", sagte Springer, die mit ihren Baumpflanzaktionen auch in Schönberg schon ihre Spuren hinterlassen hat.


Der Bürgermeister

Dietmar Öhler (Jahrgang 1954, CDU) ist seit 2008 Bürgermeister in der etwa 900 Einwohner zählenden Gemeinde Schönberg. Der Tischlermeister war zuvor 17 Jahre lang stellvertretender Rathauschef an der Seite von CDU-Parteikollege Winfried Schulze. Obwohl es die Verwaltungsgemeinschaft mit der Stadt Meerane gibt, will sich Öhler weiter für die Selbstständigkeit der Kommune stark machen. So sei es möglich, einen kommunalen Kindergarten im Ort zu betreiben, Sportstätten und Spielplätze zu erhalten und weiter in Vorhaben zu investieren. (jwa)


CDU


Tettauer Dorf- und Heimatverein


Feuerwehrförderverein

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