Glauchau kämpft weiter gegen den Borkenkäfer

Die Revierförsterin macht die Hitze dafür verantwortlich. Sie empfiehlt: Die befallenen Bäume rasch fällen, das Holz aus dem Stadtwald bringen.

Glauchau.

Janina Albrecht macht sich große Sorgen: "Die Wälder sind wegen der Hitze und des Schwärmfluges des Borkenkäfers extremen Bedingungen ausgesetzt", erklärt die Revierleiterin, die für die Wälder in Glauchau, Hohenstein-Ernstthal und Umgebung verantwortlich ist.

So würden derzeit Kupferstecher und Buchdrucker als wichtige Vertreter der Borkenkäfer vor allem die Fichtenkronen befallen. "In allen Fichtenwäldern finden die Förster Borkenkäferbäume", bedauert Albrecht. Diese Käfer fressen sich zwischen der Rinde und dem Holz bis zur Krone vor, auch bohren sie sich in den dickeren unteren Stammbereich. "Sie schaffen es, dass der Baum abstirbt", so die Wald-Expertin. Daher müssten die betroffenen Bäume rasch gefällt und das Holz aus dem Wald geschafft werden. Wie Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos) bestätigt, hat die Stadt Glauchau bereits begonnen, die durch Kupferstecher befallenen jungen Fichten an der Forststraße zu fällen". Zudem sei eine Harvesterfirma im gesamten Stadtwald im Bereich es Rümpfwaldes sowie am Erzgebirgsweg im Einsatz gewesen, habe die mit Käfern befallenen Stämme gefällt und das Holz gestapelt. Wie Revierförsterin Albrecht in diesem Zusammenhang ergänzt, sind nun regelmäßige Nachkontrollen in den Nadelholzbeständen erforderlich, damit neue Käferbäume rasch entdeckt werden können. "Das Holz wird verkauft", erklärt sie und fügt an: "Aufgrund der Stürme in Europa ist der Holzmarkt jedoch komplett überlaufen." Die Folge: Der Preis würde weiter sinken, die Kosten steigen. Letzteres werde unter anderem mit dem erforderlichen Transportaufwand begründet. "Deshalb ist es wichtig, den Schaden so gering wie möglich zu halten, jeden Käferbaum zu finden und zu entfernen", sagt die Revierleiterin, die deshalb in ständiger Verbindung mit der Glauchauer Stadtverwaltung steht.


Auch die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft am Campus Weihenstephan in Freising warnt vor der Massenvermehrung der Borkenkäfer. Die Sonderbehörde hat herausgefunden, dass sich mehr als 20.000 Jungkäfer in einer Fichte entwickeln können. "Die suchen sich nach dem Ausflug gesunde Fichten und bringen diese zum Absterben", verdeutlicht Revierleiterin Albrecht. "Der Baum kann sich nicht wehren." Der Grund: Wegen der Trockenheit fehlt das Harz, um die Einbohrlöcher zu schließen.

Landkreissprecherin Ilona Schilk hatte Anfang Mai mitgeteilt, dass die Schadholzmenge im Kreis bei etwa 22.000 Kubikmetern liegt. "Das ist das Zehnfache gegenüber den Vorjahren", fügt sie an. Auch sie wies darauf hin, dass die Waldbesitzer wöchentlich ihre Nadelholzbestände kontrollierten sollten, um frischen Befall rechtzeitig zu erkennen.

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