Glauchauer Klinikum plant neue Wohnanlage in Hartmannsdorf

Ein Haus für ältere Menschen soll gebaut werden. Allerdings müssen Planungen noch geändert werden, weil errechnete Mietpreise nicht akzeptabel sind.

Glauchau/Hartmannsdorf.

Ein neu in Hartmannsdorf zu errichtendes Quartier für betreutes Wohnen soll perspektivisch 30 Domizile unterschiedlichen Zuschnitts für Bewohner und etwa 15 Plätze in einer Tagespflege umfassen. Diese Grundstruktur stellte Betriebsleiter Christian Wagner vom Rudolf-Virchow-Klinikum Glauchau am Donnerstag den Gemeinderäten in Hartmannsdorf vor. Das Glauchauer Klinikum betreibt in Limbach-Oberfrohna seit 2002 das Seniorenpflegeheim "Am Wasserturm" und seit 2012 ein Seniorenpflegeheim in Waldenburg.

Der Prokurist der bauauftraggebenden Gesundheitseinrichtung skizzierte den Hartmannsdorfer Räten Grundüberlegungen und sondierte gemeinsam mit Antje Stefan, Assistentin der Geschäftsführung, die Vorstellungen zu diesem Vorhaben bei den Verantwortlichen der Gemeinde. Laut Stefan will das Unternehmen ein Objekt errichten, welches den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen einer immer älter werdenden, aber agilen Bevölkerung unter anhaltender angespannter Personalsituation künftig gerecht wird und den Standort nicht allein als reinen Zweck- und Normbau aufwertet.

"Noch vor einem Jahrzehnt waren diese Einrichtungen so angelegt, dass die Bewohner, dann schon zu meist alleinstehend, ihre letzten Lebensjahre oft pflegebedürftig verbrachten. Die Räume umfassten etwa 35 Quadratmeter Wohnfläche", so Stefan. Heute würden sich Interessierte, darunter viele Ehepaare, schon viel früher und nicht erst mit Gesundheitseinschränkungen für diese Wohnform entscheiden. Die Paare würden weiter mitten im Leben stehen, individuell bestimmt den Alltag gestalten. "Dafür planen wir andere Raumgrößen. Wir gehen von Wohnungen mit durchschnittlich 58 Quadratmetern Wohnfläche, die auch ein oder zwei Schlafzimmer umfassen, aus", so Antje Stefan. Auch kleinere Zuschnitte seien beabsichtigt.

Noch seien aber prinzipielle Planungen nicht abgeschlossen, machte Wagner deutlich. Der Bauherr diskutiere noch den grundlegenden Zuschnitt, also beispielsweise der Anzahl der Geschosse, die Gestaltung des Innenhofes und der Parkflächen. Es stehe aber fest, die vorhandenen Bäume zu erhalten.

"Unsere konzeptionellen Wunschvorstellungen führen indes unter derzeitigen Berechnungen zu einer Kaltmiete von 14 Euro pro Quadratmeter, eine Größenordnung, die vor Ort schwerlich durchsetzbar wäre", begründete Christian Wagner den Fakt, noch keine Planungs- und Gestaltungsdokumente vorlegen zu können. "Wir wollen vielmehr im Januar eine beschränkte Ausschreibung starten, uns von Ingenieurbüros und Architekten bis Jahresmitte 2019 auf Basis unserer Wünsche ein solches Konzept vorlegen zu lassen, mit dem wir bei rund acht Euro Kaltmiete an den Markt gehen können." Zu diesem Betrag müssten Bewohner laut Antje Stefan zudem etwa 100 Euro monatlich obligatorisch für die Pflegekosten beziehungsweise eine Betreuungspauschale aufbringen. "Während die Ehefrau vielleicht zum Friseur oder zum Einkaufen geht, kann der gehandicapte Partner in der Tagespflege betreut werden", so ihr Vorausblick.

Für die Mitglieder des Bauausschusses gilt der Standort als sehr praktikabel, komme es doch durch die benachbarte Schule und Kita zur Begegnung der Generationen. Die Gemeinde könne ein solches Angebot gut gebrauchen. Die Räte regten an, die Nutzung von Pkw durch die noch unternehmungstüchtigen Bewohner zu berücksichtigen.

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