Heimische Erträge für Bedürftige

In der größten Kleingartenanlage der Stadt bewirtschaften Ein-Euro-Jobber leer stehende Parzellen. Die geernteten Lebensmittel kommen der Glauchauer Tafel zugute.

Glauchau.

Stolz präsentieren Katrin Stapel, Vereinsvorsitzende der Glauchauer Kleingartenanlage "Adlerwiese" und die Ein-Euro-Jobber Jörg Pumpa und Frank Knoll ihre heutigen Erträge. Die erntefrischen Äpfel, Bohnen, Pflaumen und Zucchini werden zweimal pro Woche auf dem Parkplatz der Anlage von dem Auto der Glauchauer Tafel abgeholt. Die Tafelgärtner verteilen wenig später die Lebensmittel an Bedürftige in der Ausgabestelle in der Schlachthofstraße.

Knapp 1,1 Tonnen Obst und Gemüsen haben die insgesamt sechs Ein-Euro-Jobber, die vom Jobcenter in Zwickau unterstützt werden, diese Saison bereits geerntet. "Trotz der anhaltenden Trockenheit sind wir mit dem Ernteertrag zufrieden", sagt Uwe Jakobeit, der seit 2004 als Geschäftsführer des Regionalverbandes Werdau/Glauchau der Gartenfreunde tätig ist. Unter anderem wurden seit April 225 Kilo Mirabellen abgenommen und 124 Kilo Gurken in der Anlage an der Auestraße geerntet. Der Pflegeaufwand sei dieses Jahr sehr hoch. "Aufgrund der wenigen Niederschläge mussten wir sehr viel gießen", erklärt die Vereinsvorsitzende.

Bereits seit 2008 besteht die Kooperation zwischen dem Regionalverband, dem Jobcenter und der Tafel in Glauchau. Der Regionalverband kümmert sich seit sechs Jahren in Eigenregie um das Tafelgarten-Projekt. "Für uns ist das mit einem hohen Verwaltungsaufwand verbunden. Wir haben beispielsweise die Abrechnung und die Stundenerfassung auf dem Tisch", erklärt Jakobeit. Trotz allem ist das Tafelgarten-Projekt für die Anlage eine gute Sache, um einige Parzellen wieder sinnvoll zu nutzen, so der Geschäftsführer. Denn die Hälfte der fünf Hektar großen Anlage steht leer. Tendenz steigend. "Viele Mitglieder müssen aus Altersgründen ihren Garten abgeben, weil sie die Arbeit nicht mehr schaffen", erklärt die Vorsitzende der Gartenanlage. In den vergangen Jahre habe man gute Erfahrungen damit gemacht. Jetzt ist in die einst brachliegenden Gärten wieder Leben eingezogen.

Das Tafelgarten-Projekt unterstützen auch viele Kleingärtner mit eigenen Pflanzen oder sie geben einen Teil ihrer Ernte ab, sagt Karin Breuer, stellvertretende Vereinsvorsitzende der Anlage. Die 70-Jährige hat ihren Garten in der "Adlerwiese" schon 30 Jahre und unterstützt die Aktion.

Geschäftsführerin der Glauchauer Tafel, Cornelia Goral, schätzt den Einsatz der Tafelgärtner. "Die Zusammenarbeit mit dem Regionalverband funktioniert schon seit vielen Jahren unkompliziert. Im Namen der Bedürftigen bin ich für den Einsatz der Tafelgärtner dankbar", betont Goral. Bis Oktober werden die Tafelgärtner noch die 19 Parzellen bewirtschaften. Demnächst beginnt die Kartoffelernte.

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