Hilfe für die Biene

Klima außer Kontrolle, Artenvielfalt bedroht: Diesen Themen widmet sich die "Freie Presse" heute ausführlich. Was man für Bienen tun kann, weiß Imker Peter Gruner.

Mülsen.

Die Biene ist für Peter Gruner ein wichtiger Umweltindikator. "Sie zeigt uns, ob unsere Umwelt gesund ist, reagiert sehr empfindlich auf Umweltgifte", sagt der in Mülsen ansässige Imker. 2010 hat er sein Hobby zum Beruf gemacht, sich ganz der Imkerei gewidmet. Zusätzlich bringt er Groß und Klein die Bienenhaltung und ihren Nutzen für die Umwelt näher. "Jeder kann einen Beitrag zum Fortbestand der Honig- und Wildbienen leisten", ist sich der 48-Jährige sicher.

Eine Gefahr für die Insekten ist unter anderem der landwirtschaftlichen Anbau von Monokulturen. "Rapsblüten sind sehr ergiebig für Bienen. Aber Raps blüht nur kurze Zeit", so der Bienenhalter. Nach der Ernte im Mai verschlechtert sich die Versorgung der Insekten. Im Garten und auf dem Balkon kann aber jeder etwas tun: Durch Aussäen verschiedener Blühpflanzen oder das Anpflanzen von Stauden, die von Juni bis August blühen, haben die Bestäuber bessere Chancen, Nahrung zu finden. "Im Baumarkt gibt es bienenfreundliche Saatmischungen. Die enthalten Kleesorten, Buchweizen und Borretsch. Aber auch Obstbäume, wie Apfel- oder Kirschbäume, "und Sträucher, etwa Wildrosen, Brombeersträucher und Weißdorn, bieten ein vielfältiges Nahrungsangebot", sagt der Fachmann. Zudem rät er, eine Fläche im Garten einfach wachsen zu lassen. "Viele bevorzugen einen getrimmten Rasen. Wer jedoch ein Stück im Garten stehen lässt, verbessert das Ökosystem für die Bestäuber." Zusätzlich bieten Insektenhotels Wildbienen Nistmöglichkeiten im Garten. "Die gibt es im Handel zu kaufen. Auf der Webseite des Naturschutzbundes findet man aber auch Anleitungen zum Selberbauen", sagt Gruner.


Auf dem Balkon eignen sich kleine Sonnenblumen und Lavendel für hungrige Bienen. Geranien mag die Honigbiene dagegen nicht.

Ein zusätzlicher Rat des Experten: "Am besten Honig beim Imker aus der Region kaufen. Honig aus dem Supermarkt ist häufig ein Mix aus verschiedenen Ländern." Regionaler Honig enthalte regionale Blütenpollen. Der Clou: Wer den verzehrt, trainiert sein Immunsystem - fast wie bei einer schulmedizinischen Desensibilisierung.

Mehr zum Thema Kampf gegen den Klimawandel: Wie viel Kohlendioxid bläst der Landkreis in die Luft, wie begegnet man Klimawandelskeptikern? Warum geht die Jugend in Zwickau morgen auf die Straße? Das lesen Sie in der heutigen Ausgabe auf Seite 13.

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