Hochwasserschutz: Verwirrung um wichtigen Besuchstermin

Am 20. März sollte das sächsische Umweltministerium mit den Niederlungwitzern zum Thema zweiter Bauabschnitt beraten. Während der Ortschaftsrat sich auf den Termin vorbereitet, weiß man in Dresden nichts davon.

Niederlungwitz.

Die Nerven in Niederlungwitz liegen blank. Denn entgegen aller bisherigen Ankündigungen findet der Termin mit dem sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft, der für den 20. März anberaumt war, nicht statt. Das hat am Dienstagnachmittag das Ministerium auf Anfrage der "Freien Presse" mitgeteilt. Dabei hatten sich die Niederlungwitzer auf den Termin vorbereitet und zur Sitzung des Ortschaftsrates am Montagabend noch einmal das Vorgehen besprochen. Sie wollten sich nicht mit Allgemeinplätzen abspeisen lassen und konkrete Aussagen haben. Doch nun: Pustekuchen.

"Dass der Termin nicht stattfinden soll, ist mir völlig neu", reagierte am Dienstag Ortsvorsteher Uwe Wanitschka. "Uns ist der Termin so bestätigt worden", fügte er hinzu. Der Termin in Niederlungwitz sei auf Initiative der Glauchauer CDU-Landtagsabgeordneten Ines Springer zustande gekommen. Die befindet sich derzeit im Urlaub, hieß es am Dienstag aus ihrem Wahlkreisbüro. Am heutigen Mittwoch soll noch einmal Rücksprache mit dem Ministerium gehalten werden.

Torsten Kleditzsch

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Am 20. März sollte es darum gehen, wie es mit dem Hochwasserschutz entlang des Lungwitzbaches weiter geht. Denn die Anwohner des Lungwitzbaches warten seit vielen Jahren auf den Beginn des zweiten Bauabschnitts. "Es ist den Betroffenen nicht mehr zu vermitteln, warum es so lange dauert. In drei Jahren haben wir den 20. Jahrestag des Hochwassers von 2002 und passiert ist in dem betreffenden Abschnitt nichts", sagte Ortschaftsrat Gunther Vogel. Mehr als drei Jahre, nämlich schon fünf, dauert es, für den sogenannten zweiten Bauabschnitt der Hochwasserschutzmaßnahmen am Lungwitzbach Baurecht zu bekommen. Im Jahr 2013 begann für die geplante zweite Etappe das langwierige Planfeststellungsverfahren. Das wurde notwendig, weil einige Eigentümer damals ihre Zustimmung zu den Plänen der Landestalsperrenverwaltung versagten. Und ein Ende dieses Verfahrens ist bislang nicht abzusehen. In der Zwischenzeit ist der erste Bauabschnitt, der ohne das aufwändige Planfeststellungsverfahren auskam, längst fertig. "Unser Ziel ist ganz klar, wir wollen verbindliche Termine", sagte Ortsvorsteher Uwe Wanitschka und schraubte die Erwartungen hoch. "Ich gehe davon aus, dass wir einen Zeitplan genannt bekommen", fügte er hinzu.

Ines Springer hatte auf ihre Anfrage an die Staatsregierung zum aktuellen Stand am Lungwitzbach im Januar eine damals ernüchternde Antwort bekommen. Die Kurzfassung: Anfangs waren von der Landestalsperrenverwaltung entlang des Baches Wälle geplant, so wie es im ersten Abschnitt bereits geschehen ist. Doch die Landesdirektion hielt Schutzwälle für ungeeignet. Die Rechtsauffassungen beider Seiten stießen aneinander. Erst im August 2016 konnte man sich über eine entsprechende Änderung der Pläne verständigen: Statt Wällen wurden Deiche vorgesehen, wegen des Platzmangels wurden stattdessen aber Schutzwände favorisiert. Im September 2018 wurden die geänderten Pläne bei der Landesdirektion eingereicht. Im November teilte die Landesdirektion mit, dass erneut inhaltliche Überarbeitungen und fachliche Ergänzungen nötig seien.

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